Tatsächlich ist hierzulande die Teuerungsrate erstmals seit Januar 2022 wieder unter der 2-Prozent-Marke zu liegen gekommen. Dennoch sei das Sentiment aktuell sehr fragil, und viele Marktteilnehmer hätten sich aus Vorsicht in den vergangenen Handelswochen abgesichert, so der Händler weiter. "Diese Versicherungspositionen sind zum Teil in den vergangenen Handelstagen aufgelöst worden und haben den Aktienmärkten einen zusätzlichen Kursschub verliehen." Neben den etlichen Konjunkturdaten dürfte der Wochenauftakt auch von einer verkürzten Handelssitzung in den USA vor dem morgigen US-Nationalfeiertag geprägt sein.

Der SMI gewinnt gegen 11.00 Uhr 0,39 Prozent hinzu auf 11'324,23 Punkte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, steigt um 0,14 Prozent auf 1771,39 und der breite SPI um 0,28 Prozent auf 14'903,61 Zähler. Im SLI gewinnen 16 Aktien hinzu und elf fallen zurück. Drei Werte tendieren unverändert.

Die grössten Avancen verzeichnen zunächst Adecco, Roche, Swatch und UBS, die allesamt um mehr als 1 Prozent zulegen. Der Pharmakonzern Roche hatte vor dem Wochenende nach Börsenschluss ermutigende Daten zu seinem Medikament Evrysdi zur Behandlung von Kleinkindern vorgelegt, die an schwerer spinaler Muskelatrophie (SMA) leiden.

Bei Swatch wiederum stütze eine Mischung aus Analystenkommentar und den jüngsten Daten aus Asien, heisst es im Handel. Die Aktien von Branchenkollege Richemont (-0,1%) geben zwar moderat nach, haben sich seit Jahresbeginn (+26%) aber auch deutlich besser geschlagen als Swatch. Letztere tendieren kaum verändert im laufenden 2023.

Neben der UBS sind noch weitere Finanzvertreter wie Swiss Life, Julius Bär, Swiss Re oder Zurich mit Kursgewinnen von bis zu 1,1 Prozent im Gewinnerfeld zu finden. Die Titel bewegen sich damit im Einklang mit ihren europäischen Konkurrenten, die ebenfalls weit oben auf den Einkaufslisten der Investoren stehen.

Unterstützung erhält der Markt zudem noch von den anderen beiden Schwergewichten Nestlé (+0,7%) und Novartis (+0,4%). Während Novartis am Wochenende Daten zu seinem MS-Mittel Kesimpta präsentiert hat, scheinen sich Investoren im Fall vom Lebensmittelkonzern Nestlé noch nicht zu sehr von einem möglichen Verbot von Alu-Kaffeekapseln aufschrecken zu lassen. In der EU werde ein Gesetzesentwurf zu einem Verbot von Alu- und Plastikkapseln diskutiert, hatte die "Sonntagszeitung" berichtet.

Die Verliererliste wird unterdessen von einigen der Favoriten im bisherigen Jahresverlauf angeführt. Sowohl Straumann (-2,7%) als auch VAT (-2,6%) gehörten in den ersten sechs Monaten 2023 zu den Top-Performern. Daneben fallen noch Sonova (-2,1%) und ABB (-1,3%) mit klaren Abschlägen auf. Bei ABB könnte die Auftragsflaute im deutschen Maschinenbau tendenziell als Belastung gesehen werden, heisst es im Handel.

In den hinteren Reihen ziehen Dormakaba um 5,7 Prozent an. Der Schliesstechnikkonzern hat ein grosses Sparprogramm aufgelegt, um seine Mittelfristziele zu erreichen. Viele Stellen fallen weg. Bei SPS Swiss Prime Site (+1,2%) werden die Aussagen von Firmenchef René Zahnd im Gespräch mit "Finanz und Wirtschaft" zum weiteren Geschäftsgang als stützend bewertet.

Dagegen sacken Polypeptide (-2,6%) nach einem vorsichtigen Analystenkommentar ab. Der Turnaround lasse weiter auf sich warten, urteilt aktuell die CS.

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