Zudem gebe es derzeit eine gewisse Diskrepanz zwischen den Hoffnungen der Börsianer und der tatsächlichen Datenlage. So wiesen zahlreiche führende Wirtschaftsindikatoren seit Monaten auf eine bevorstehende Rezession hin. "Die vollständigen Auswirkungen der gestiegenen Leitzinsen beginnen gerade erst damit sich zu zeigen und dürften die Realwirtschaft in den kommenden Quartalen zunehmend beeinträchtigen", kommentierte ein Experte. Allerdings erweise sich die Wirtschaft bisher als recht belastbar, was wiederum die Optimisten auf den Plan rufe. Zudem war zuletzt die Hoffnung wieder aufgekeimt, dass die Notenbanken Fed und EZB nach einer weiteren Erhöhungsrunde kommende Woche ein Ende des Erhöhungszyklus in Aussicht stellen werden.

Der SMI gewinnt gegen 11.15 Uhr 0,26 Prozent auf 11'148,64 Punkte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, steigt um 0,22 Prozent auf 1759,81 und der breite SPI tritt mit +0,04 Prozent mehr oder weniger auf der Stelle bei 14'705,58 Zählern. Im SLI halten sich Gewinner (16) und Verlierer (14) in etwa die Waage.

Das Gewinnerfeld wird mittlerweile von den ABB-Aktien (+2,8%) angeführt. Nach einem schwachen Start haben sie im Verlauf eine 180-Grad-Drehung vollzogen. Der Industriekonzern hat mit einem leicht besser als erwartet ausgefallenen Zahlenset für das zweite Quartal positiv überrascht. Die Anfangs-Verluste dürften vor allem Gewinnmitnahmen geschuldet gewesen sein, nachdem die Papiere seit März recht stetig nach oben gelaufen waren.

Mit Geberit, Holcim und Sika sind weitere konjunktursensible Titel gefragt. Ihre Avancen reichen von +1,9 bis +0,5 Prozent. Geberit erhält zusätzlichen Schub von Goldman Sachs, die den Titel neu zum Kauf empfehlen. Holcim folgen dann in einer Woche mit Zahlen. Bei Sika und Geberit müssen sich die Investoren bis August gedulden.

Insgesamt freundlich präsentieren sich auch die Versicherungsaktien. Für Zurich, Swiss Re und Swiss Life geht es um bis zu 1,0 Prozent aufwärts. Auch Julius Bär, Partners Group und die UBS halten sich mit Aufschlägen von bis zu 0,7 Prozent im Plus.

Derweil sorgt eine generelle Schwäche im Technologiesektor bei AMS Osram und VAT für frühe Abgaben von jeweils annähernd 3 Prozent. Als Belastungsfaktoren werden die Gewinnwarnung von TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company) sowie die Enttäuschung über die nachbörslichen Netflix-Zahlen ins Felde geführt.

Die beiden Uhrenhersteller Richemont (-1,5%) und Swatch (-1,1%) setzen ihre Kursschwäche vom Vortag fort. Sie können nicht von den starken Uhren-Exportdaten profitieren.

Aus den Depots werden zudem Givaudan (-1,1%) nach Zahlen gekippt. Der Aromen- und Duftstoffhersteller setzte im ersten Halbjahr 2023 erwartungsgemäss weniger um, und auch die operative Profitabilität fiel schwächer aus.

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Das eigentliche Nachrichtenaufkommen findet aber in den hinteren Reihen statt. Unternehmen wie Medmix (-12,4%), Cembra (-7,8%) oder auch Georg Fischer (-4,6%) sorgen mit den vorgelegten Zahlen für besonders negative Kursreaktionen. So hat das Industrieunternehmen Medmix Investoren mit einer Gewinnwarnung verschreckt.

Auch bei Arbonia, Zehnder, Leonteq und Rieter fallen die Kursreaktionen auf die Zahlenvorlage negativ aus. Die Abgaben reichen von 4,4 bis 1,4 Prozent.

Lediglich Mikron (+3,4) gewinnen nach ihrem Zahlenset hinzu.

hr/uh