Darüber hinaus stehen ab Mitte der Woche die beiden wichtigen Notenbanken Fed und EZB mit ihren Zinsentscheiden auf dem Plan, die richtungsweisend für den Rest des Jahres sein könnten. "Die entscheidende Frage in geldpolitischer Hinsicht ist, ob die Notenbanken, allen voran das Fed, Signale für ein baldiges Ende der Leitzinsanhebungen aussenden und damit die Erwartungen der optimistischen Anleger erfüllen werden", sagt ein Händler.

Der SMI gewinnt gegen 11.15 Uhr 0,27 Prozent hinzu auf 11'237,99 Punkte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, steigt um 0,44 Prozent auf 1769,93 Zähler und der und der breite SPI um 0,32 Prozent auf 14'811,64 Punkte. Von den 30 SLI-Werten gewinnen 22 Titel hinzu und acht geben nach.

Das Gewinnerfeld wird von Julius Bär (+8,1%) und SGS (+4,1%) nach Zahlen angeführt. Die Zürcher Vermögensverwaltungsbank hat mit ihren Zahlen zu Kundenvermögen und Neugelderzufluss die Erwartungen übertroffen, während die Gewinnzahlen etwas verhaltener zulegten als erwartet. In einem Kommentar wurden die Daten bei RBC als "beruhigend" beschrieben.

Derweil hat der Warenprüf- und Inspektionskonzern SGS anlässlich des Halbjahresabschlusses die Prognose für das zweite Halbjahr für das organische Wachstum angehoben. Bernstein lobt den angehobenen Ausblick. Die Tatsache, dass für die zweite Jahreshälfte keine makroökonomischen Bedenken erwähnt wurden, zeige, dass sich die Branche in einer guten Verfassung befinde, heisst es.

Mit einem Plus von 2,2 Prozent knüpfen Temenos an den freundlichen Trend vom vergangenen Freitag an, als die Titel nach Quartalszahlen am Ende etwa ein Prozent hinzugewonnen hatten. In der Folge nun haben sich zahlreiche Analysten wohlwollend zu Wort gemeldet.

Mit AMS Osram, Swisscom, Logitech und auch VAT gewinnen noch weitere Vertreter aus der Technologiebranche um bis zu 1,6 Prozent hinzu. Vergangene Woche war die gesamte Branche nach Zahlen des taiwanesischen Chip-Auftragsfertigers TSMC unter Druck geraten. Logitech und VAT gehören zu jenen Unternehmen, die in den nächsten Tagen Zahlen vorlegen.

Unterstützung kommt auch vom Pharma-Schwergewicht Roche (+1,0%). Der Konzern hat am Morgen eine Zusammenarbeit im Bereich der RNA-Therapien gemeldet. Zudem stehen am Donnerstag die Semesterzahlen des Konzerns an.

Unter den grössten Verlierern sind die Aktien von Richemont (-1,4%) und Swatch (-0,6%) zu finden. Schon in der Vorwoche hatten sie unter teilweise enttäuschenden Konjunkturdaten aus Asien gelitten.

Auch Lonza (-0,4%) setzen nach dem Kurssturz vom vergangenen Freitag (-11%) nach den jüngsten Zahlen erst einmal die Abwärtstendenz fort. Derweil nehmen Investoren bei Schindler (-0,9%) einen Teil der starken Kursgewinne (+7%) vom Freitag nach den überraschend guten Zahlen mit.

In den hinteren Reihen sacken Meyer Burger um 8,8 Prozent ab, nachdem das Solarunternehmen eine Gewinnwarnung ausgesprochen hat. Dagegen gelingt Dätwyler (+0,3%) die Kehrtwende, nachdem es zuvor um mehr als 8 Prozent abwärts ging. Belimo (+4,6%) sind nach Zahlen ebenfalls gefragt.

Zudem fallen Kuros (+8,6%) mit weiteren Kursgewinnen auf, nachdem die Biotechaktie bereits in den vergangenen Wochen raketenartig zugelegt hat.

hr/tv