Die US-Börsen hatten am Montag ihre Rekordjagd trotz der geopolitischen Spannungen unbeirrt fortgesetzt. Vor allem Technologie- und Halbleiterwerte trieben die amerikanischen Indizes weiter nach oben. Gleichzeitig mehren sich jedoch die Stimmen, wonach Risiken wie Energieknappheit, steigende Produktionskosten und eine neue Inflationswelle derzeit unterschätzt werden.

US-Inflationszahlen im Fokus

Der Ölpreis der Sorte Brent stieg am Dienstag um 2,5 Prozent auf 106,89 US-Dollar. Bereits in der vergangenen Woche hatten Preise mit ausbleibenden Fortschritten bei den Verhandlungen zwischen den USA und Iran kräftig angezogen.

Für zusätzliche Spannung sorgen die anstehenden US-Inflationsdaten. Aufgrund der deutlich höheren Energiepreise rechnen Marktteilnehmer mit einem spürbaren Anstieg im April. Mehrere grosse US-Banken gehen inzwischen davon aus, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen bis Ende Jahr nicht senken wird.

Zudem richtet sich der geopolitische Fokus zunehmend nach China: Dort trifft Donald Trump diese Woche auf Staatspräsident Xi Jinping. Begleitet wird Trump von Spitzenmanagern wie Elon Musk, Tim Cook und Larry Fink. Im Zentrum stehen Themen wie Handel, künstliche Intelligenz und geopolitische Spannungen - grosse politische Durchbrüche werden allerdings kaum erwartet.

SMI holt Verluste auf

Gegen 11 Uhr verliert der SMI noch 0,09 Prozent auf 13'076 Punkte, nachdem er zu Handelsbeginn zeitweise fast ein Prozent eingebüsst hatte und unter die Marke von 13'000 Punkten gefallen war. Mittlerweile stehen zwölf Verlierer 8 Gewinnern gegenüber. Der SMIM mit den mittelgrossen Werten gibt um 0,32 Prozent nach auf 2972,01 Punkte und der der breite SPI 0,11 Prozent auf 18'554,60. Auch andere europäische Börsen wie der deutsche DAX oder der französische CAC haben die Anfangsverluste im Verlauf nahezu wett gemacht.

Unter den Blue Chips gehören Logitech (-2,8 Prozent) zu den grössten Verlierern. Marktteilnehmer sprechen von Gewinnmitnahmen nach der starken Kursentwicklung der vergangenen Wochen. Ebenfalls unter Druck stehen Swiss Re (-1,2 Prozent), nachdem auch Munich Re bei den jüngsten Quartalszahlen von anhaltendem Preisdruck in der April-Erneuerungsrunde berichtet hatte.

Bei den Schwergewichten tendieren Roche leicht schwächer, während Nestlé und Novartis ins Plus drehen konnten. An der Spitze des SMI stehen Kühne+Nagel (+1,4 Prozent). Händler verweisen dabei auf eine technische Gegenbewegung nach den deutlichen Verlusten seit den Quartalszahlen Ende April.

Quartalszahlen bewegen

In den hinteren Reihen fallen SoftwareOne mit einem kräftigen Kursplus von 8,6 Prozent auf. Der IT-Dienstleister hat im ersten Quartal 2026 besser abgeschnitten als erwartet und die Prognosen für das Gesamtjahr nach oben angepasst. Nach Startschwierigkeiten legen auch die Aktien des Laborausrüsters Tecan (+5,1 Prozent) nach Zahlen deutlich zu.

Weniger gut kommen die Q1-Zahlen des Immobilienkonzerns PSP (-1,2 Prozent) an, wobei die leicht höhere Leerstandsquote für eine gewisse Verunsicherung sorge. Auch Techwerte wie VAT (-1,6 Prozent), Comet (-2,3 Prozent) und AMS Osram (-2,7 Prozent) stehen heute nach der jüngst starken Kursentwicklung auf der Verliererseite.

Gefragt bleiben hingegen Swatch Group (+2,2 Prozent), die ihre jüngste Erholung fortsetzen. Anlässlich der Generalversammlung unternimmt der aktivistische Investor Steven Wood erneut den Versuch, als Vertreter der Inhaberaktionäre in den Verwaltungsrat gewählt zu werden. Ebenfalls deutlich fester notieren DocMorris (+3,2 Prozent) am Tag der Generalversammlung. Hier fordert der grösste Aktionär einen umfassenden Umbau des Verwaltungsrats.

Unter Druck stehen dagegen Georg Fischer (-2,5 Prozent) sowie Clariant (-1,7 Prozent) nach Analystenvoten.

an/ra

(AWP)