So wird inzwischen allgemein davon ausgegangen, dass die US-Notenbank Fed nächste Woche die Zinsen noch ein letztes Mal erhöhen wird, der Erhöhungszyklus danach aber vorbei sein dürfte. Immer mehr Beobachter erwarten ein solches Szenario inzwischen auch für die Eurozone und stützen sich dabei auf entsprechende Andeutungen von Notenbankern: "Gerade dann, wenn Falken beginnen, wie Tauben zu gurren, sollte man hellhörig werden", so ein Analyst. Wichtige Makrodaten stehen im Tagesverlauf nicht mehr auf dem Programm, welche Aufschluss über den weiteren Zinspfad geben könnten. Hingegen gibt es noch einige Halbjahreszahlen von US-Firmen.
Der SMI steigt bis um 11.00 Uhr um 0,42 Prozent auf 11'150,33 Punkte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Akten enthalten sind, legt um 0,44 Prozent auf 1761,23 und der breite SPI um 0,42 Prozent auf 14'743,41 Zähler zu. 22 der 30 SLI-Titel verzeichnen Gewinne. Diese sind allerdings nicht sehr ausgeprägt; nur 7 SLI-Titel weisen eine Veränderung von mehr als 1 Prozent auf.
Dazu zählen Partners Group, welche mit einem Plus von 2,3 Prozent die Rangliste anführen und damit auch sehr nahe am Jahreshoch von 950 Franken notieren. Der Vermögensverwalter habe letzte Woche mit seinen ersten Angaben zu den Halbjahreszahlen überzeugt, was nun für Anschlusskäufe sorge, meinen Börsianer.
Besonders gut schneiden dahinter Temenos (+1,9%) ab. Experten erklären sich dies mit Hoffnungen, dass sich beim Bankensoftwareanbieter die überraschend guten Halbjahreszahlen von Banken im Geschäft niederschlagen werden. Denn hätten diese mehr Geld, investierten sie auch mehr. Auch bei den beiden Bankentiteln UBS (+0,9%) und Julius Bär (+0,7%) sorgen Ergebnishoffnungen nach den guten Halbjahreszahlen von Konkurrenten für etwas Rückenwind. Heute gibt es noch Zahlen von Goldman Sachs.
Besonders gefragt sind auch Givaudan (+1,6%) am Tag vor der Zahlenpräsentation. Angesichts der bisher mässigen Jahresperformance des Titels spekulierten hier einige Investoren auf eine positive Überraschung, so ein Börsianer. VAT (+1,3%) profitieren derweil von einer guten Stimmung Technologiewerten gegenüber.
Nur ganz leicht im Plus sind Novartis (+0,1%), welche am Vortag nach überraschend guten Halbjahreszahlen um 4,6 Prozent angezogen hatten. Die anderen beiden Schwergewichte Roche und Nestlé schneiden mit +0,8 Prozent besser ab.
Die kürzere Verliererliste wird derweil von Kühne+Nagel (-1,7%) angeführt. Sie bekommen eine Herabstufung auf 'Neutral' von 'Overweight' durch JP Morgan zu spüren. Die Bewertung preise eine nachhaltige Verdoppelung des EBIT gegenüber der Vor-Corona-Zeit ein, meinte der zuständige Analyst. Doch fehle die Visibilität dazu.
Unter Druck sind auch Swatch (-1,3%) und Richemont (-0,5%). Eine neue Statistik, wonach die chinesische Bevölkerung trotz Aufhebung aller Covidmassnahmen noch nicht so reisefreudig sei wie vor der Pandemie, lasse einige Investoren vorsichtig werden.
Auch die ABB-Aktien (-0,9%) haben am Vortag vor der Zahlenpräsentation einen schweren Stand. "Einige Investoren streichen offensichtlich Gewinne ein", meinen Marktbeobachter. Dies sei angesichts der Performance von mehr als einem Fünftel seit Anfang Jahr auch keine Überraschung.
Am breiten Markt fallen Kardex nach einem positiven Kommentar der UBS positiv aus. Sie legen um 5,0 Prozent zu und notieren praktisch auf dem Jahreshoch.
Markant aufwärts geht es ausserdem mit Peach Property (+6,4%) und Santhera (+5,2%), deutlich abwärts mit Ypsomed (-3,7%) und Evolva (-2,7%).
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