Entsprechend legte auch der Ölpreis zuletzt wieder deutlich zu. Die Nordseesorte Brent stieg am Morgen erstmals seit gut einem Monat wieder über die Marke von 90 US-Dollar, aktuell notiert sie mit rund 88 US-Dollar wieder etwas darunter. Offenbar haben Vermittler dem Iran Vorschläge für Verhandlungen mit den USA überbracht, was für eine gewisse Beruhigung gesorgt hat.
Grundsätzlich sei die Stimmung an den Märkten aber gar nicht so schlecht, heisst es im Handel, wobei auch auf die laufende Berichtssaison verwiesen wird. Die Experten der UBS etwa gehen davon aus, dass ein starkes Gewinnwachstum die globalen Märkte weiterhin stützen dürfte. Anleger sollten entsprechend auf ein diversifiziertes Engagement setzen, um vom Aufwärtstrend der Märkte zu profitieren, empfehlen sie.
15 Verlier und 5 Gewinner
Der Leitindex SMI notiert gegen 11 Uhr noch 0,24 Prozent tiefer auf 14'308,98 Punkte, das bisherige Tagestief liegt bei knapp 14'241 Zählern. Bei seinen 20 Titeln gibt es aktuell 15 Verlierer und nur fünf Gewinner. Der Mid-Cap-Index SMIM der mittelgrossen Werte büsst 0,53 Prozent auf 3113,26 Punkte ein und der SPI 0,28 Prozent auf 20'100,77 Zähler.
Die grössten Verluste sind am Morgen bei eher defensiven Titeln zu finden. Allerdings sind die Ausschläge im SMI eher gering und haben daher auch etwas Zufälliges. Am Schluss der Tabelle liegen aktuell Givaudan (-1,2 Prozent) und Novartis (-0,9 Prozent). Beide werden diese Woche über ihre Halbjahreszahlen berichten - Novartis bereits am Dienstag, Givaudan dann am Donnerstag. Am Donnerstag stehen dann auch die anderen defensiven Schwergewichte Roche (PS -0,1 Prozent) und Nestlé (-0,8 Prozent) auf der Agenda.
Daneben werden diverse weitere mehr oder minder wichtige Schweizer Firmen über das letzte Quartal berichten. Dazu gehören etwa Lonza (-0,4 Prozent), Kühne+Nagel (0,3 Prozent), Lindt (PS -0,7 Prozent), Julius Bär (+0,6 Prozent), VAT (+0,4 Prozent), Galderma (-1,1 Prozent) oder SGS (-0,5 Prozent).
Grösste SMI-Gewinner sind derweil eher zyklische Titel wie Richemont (+1,0 Prozent) und ABB (+0,8 Prozent). Der Luxusgüterkonzern hatte letzte Woche über sehr starke Verkäufe im vergangenen Quartal berichtet, während ABB nach Zahlen und dem Vermelden einer teuren Akquisition gut 5 Prozent eingebüsst hatten. Letztere sind aber weiterhin mit Abstand die Nummer eins im SMI im bisherigen Jahresverlauf.
Belimo trotz starker Zahlen im Minus
Im breiten Markt hat Belimo (-3,3 Prozent) seine Halbjahreszahlen veröffentlicht. Der Konzern profitiert vom starken KI-bedingten Ausbau von grossen Rechenzentren weltweit. Im Einklang mit der aktuell etwas abgeflachten diesbezüglichen Euphorie hat die Belimo-Aktie zuletzt allerdings deutlich gelitten und gegenüber dem Höchststand von Mitte Juni bereits rund ein Fünftel eingebüsst.
Deutlich zulegen können hingegen Polypeptide (+4,8 auf 43,75 Fr.). Der Pharmazulieferer soll von Samsung Biologics übernommen werden. Der südkoreanische Auftragsfertiger bietet 44,31 Franken je Aktie in bar und bewertet den hiesigen Peptidhersteller damit mit rund 1,5 Milliarden Franken.
Clariant (-4,6 Prozent) leidet derweil laut Händlern unter einer Abstufung durch Morgan Stanley, DocMorris (+3,1 Prozent) profitiert von einer Hochstufung auf 'Neutral' von 'Sell' durch die UBS.
uh/cg
(AWP)
