Ansonsten richtet sich der Blick weiter in den Nahen Osten, wo der Konflikt weiter eskaliert. Das US-Militär begann am Dienstag eine weitere Angriffswelle gegen den Iran und nahm zugleich die Seeblockade iranischer Häfen und Küstengebiete wieder auf. US-Präsident Donald Trump drohte zudem erneut mit Angriffen auf die zivile Infrastruktur des Landes. Irans Streitkräfte feuerten als Vergeltung wieder Raketen und Drohnen auf Ziele in der Golfregion und Jordanien. Ausserdem griff Israel trotz der geltenden Waffenruhe Ziele im Gazastreifen an.
In der Folge stieg der Ölpreis (Brent) zeitweise auf über 86 US-Dollar pro Fass. «Das alles belastet die Stimmung», meinen Händler. Aber es gebe auch einen Gewöhnungseffekt, was die relativ gelassene Reaktion der Märkte erkläre.
Das würde sich laut diesen Stimmen erst ändern, sollten sich in den Inflationsdaten deutliche Zweitrundeneffekte zeigen. In den am Vortag publizierten US-Inflationsdaten seien solche aber nicht erkennbar gewesen. Im Gegenteil fiel die US-Inflation überraschend tief aus. Nun interessiert am Nachmittag die Entwicklung der US-Produzentenpreise. Ausserdem wird am Abend der Konjunkturbericht der US-Notenbank veröffentlicht.
Geringe Spanne
Der Leitindex SMI steigt um 11.00 Uhr um 0,05 Prozent auf 14'249,32 Punkte. Er bewegte sich - abgesehen von der Startphase - in einer engen Spanne von rund 50 Punkten. Der SMIM notiert derweil 0,18 Prozent tiefer bei 3109,44 Zähler, während der breite SPI praktisch unverändert ist (-0,01 Prozent auf 20'034,73 Punkte)
13 der 20 SMI-Titel notieren im Minus, wobei sich die Abgaben mit -0,2 Prozent (ABB) bis -1,0 Prozent (Nestlé) in Grenzen halten. Bei den Verlierern sind keine klaren Branchen- oder Sektorenmuster erkennbar.
Positiv stechen bei den Blue Chips hingegen Richemont hervor, die um 5,8 Prozent hochschnellen und damit das Gewinnerfeld mit grossem Abstand anführen. Der Luxusgüterhersteller löste mit den Zahlen zur Umsatzentwicklung in den Monaten April bis Juni unter den Analysten Begeisterung aus. Richemont habe sogar die optimistischsten Erwartungen klar übertroffen, hiess es etwa bei der UBS. In Lokalwährungen gerechnet stiegen die Verkäufe des Konzerns um 20 Prozent, die Analystengemeinde hatte im Durchschnitt hingegen «nur» mit einem Zuwachs von 11,5 Prozent gerechnet. Im Windschatten ziehen am breiten Markt auch Swatch I um 2,0 Prozent an. Swatch dürfte in den nächsten Tagen Halbjahreszahlen vorlegen.
Aufwärts geht es dahinter für einmal auch mit Partners Group (+1,4 Prozent). Das Unternehmen wird nachbörslich erste Zahlen aus dem Halbjahresabschluss vorlegen. Damit bietet sich ihm die Chance, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Viel Geschirr sei zerschlagen worden, meinen Börsianer. Daher bräuchte es nun sehr gute Zahlen, damit es mit der Aktie nach oben gehe.
Im Plus sind ausserdem noch Geberit, Sika, Alcon, Holcim und Roche, wobei diese nur um bis zu 0,3 Prozent anziehen.
DocMorris überzeugt
Am breiten Markt fallen DocMorris nach der Zahlenvorlage mit einem Kurssprung von 7,1 Prozent positiv auf. Die Online-Apotheke hat mit dem starken Wachstum im wichtigen Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten die Erwartungen übertroffen. Ausserdem sieht sich das Unternehmen auf Kurs, endlich die Gewinnschwelle zu erreichen.
Nach oben geht es auch mit Oerlikon (+8,6 Prozent) nach einem Analystenkommentar der UBS. Gefragt sind ausserdem die Technologietitel VAT (+1,3 Prozent) und Inficon (+0,8 Prozent) nach guten Zahlen des holländischen Halbleiterspezialisten ASML.
rw/uh
(AWP)
