In Jackson Hole kommen Notenbanker aus aller Welt zusammen, um ihre Einschätzungen zur weiteren geldpolitischen Entwicklung zu präsentieren. Dabei steht US-Notenbankchef Jerome Powell im Fokus: Seine Rede steht aber erst am Freitagnachmittag (MESZ) auf dem Programm. Es wird erwartet, dass sich Powell in seiner Rede klar zu einer Zinssenkung im September bekennen wird. Zudem erhoffe man sich Aufschluss darüber, ob vielleicht sogar eine grosse Zinssenkung um 0,5 Prozentpunkte im Bereich des Möglichen liege, heisst es am Markt. Bis dahin werden allerdings noch einige wichtige Konjunkturzahlen aus dem In- und Ausland veröffentlicht. Darunter ist auch das Protokoll der jüngsten Zinssitzung des Fed am Mittwochabend. Zudem geht hierzulande die Berichtsaison im grossen Stil weiter.

Der Leitindex SMI notiert um 11.00 Uhr um 0,17 Prozent höher bei 12'208,91 Punkten. Damit könnte dem SMI zum siebten Mal hintereinander eine Sitzung mit einem Kursgewinn bevorstehen. In der Vorwoche hat der SMI 2,7 Prozent hinzugewonnen und damit einen Grossteil der Verluste seit Monatsanfang aufgeholt.

Der SLI, der die 30 wichtigsten Titel umfasst, steigt um 0,30 Prozent auf 1981,42 und der breiter gefasste SPI um 0,15 Prozent auf 16'226,84 Zähler. Im SLI rücken 24 Werte vor und sechs geben nach.

An der Spitze der Blue Chips stehen die Aktien von Straumann (+1,4 Prozent). Händler sprachen von einer Gegenbewegung. Der Titel hatte am Freitag nach einer Verkaufsempfehlung der UBS nachgegeben. Allerdings hat er in der Woche zuvor dank eines gut aufgenommenen Halbjahresberichts insgesamt doch 12 Prozent gewonnen.

Dahinter folgen Holcim (+1,4 Prozent auf 79,02 Fr.). Die Deutsche Bank hat das Kursziel für den Zementwert auf 91 von 81 Franken und das Rating auf «Buy» von «Hold» angehoben. Damit hat der Kurs etwa die Hälfte des Kursverlustes wieder aufgeholt, die er während der Marktkorrektur verbucht hatte.

Ebenfalls fester sind Swatch (+1,2 Prozent) und Richemont (+1,0 Prozent). Am Markt ist von Käufen vor der Bekanntgabe der Uhrenexporte (am Dienstag) die Rede. Dabei dürften die Ausfuhren laut ZKB im Juli im Jahresvergleich um 4,5 Prozent auf rund 2,3 Milliarden Franken gestiegen sein.

Auch Finanzwerte wie Partners Group (+1,0 Prozent), Swiss Life (+0,6 Prozent) und Zurich (+0,3 Prozent) werden zu höheren Kursen gehandelt.

Auf der anderen Seite können die drei Schwergewichte Roche GS (+0,1 Prozent), Novartis (+0,1 Prozent) und Nestlé (-0,2 Prozent) dem Markt keine Stütze geben.

An die Spitze der Verlierer haben sich derweil UBS (-1,0 Prozent) gesetzt. Sie waren im Anschluss an das Quartalsergebnis in der Vorwoche kräftig gestiegen. Auch Julius Bär (-0,2 Prozent) und Lindt & Sprüngli PS (-0,3 Prozent) sind etwas schwächer.

Auf den hinteren Reihen fallen Gurit (+6,3 Prozent) positiv auf. Der Spezialkunststoffhersteller hat nach einem Umsatz- und Gewinnrückgang im ersten Halbjahr die Margen-Guidance bestätigt und damit am Markt die Hoffnung geweckt, dass die Talsohle durchschritten sein könnte.

Dagegen sind Metall Zug (-0,4 Prozent) etwas schwächer. Die Beteiligungsgesellschaft hat dank eines Buchgewinns durch die Gründung eines Joint Ventures einen Gewinnsprung verbucht.

Die Aktien von Kuros (+2,4 Prozent auf 14,70 Fr.) setzen den Aufwärtstrend fort. Seit Jahresanfang hat sich der Kurs mehr als vervierfacht.

pre/tv

(AWP)