Im Fokus steht die geplante Umsetzung des vorläufigen Abkommens zwischen Washington und Teheran. Die formelle Unterzeichnung ist für Freitag in Genf vorgesehen. Marktteilnehmer sprechen von einem «diplomatischen Erfolg auf Bewährung» und weisen darauf hin, dass noch zahlreiche Details offen sind und es für einen endgültigen Schlussstrich unter den Konflikt zu früh sei.

Der Blick richtet sich zunehmend auf die Geldpolitik. Im Mittelpunkt steht die Sitzung der US-Notenbank Fed am Mittwoch, bei der die ersten Signale des neuen Präsidenten Kevin Warsh mit Spannung erwartet werden. «Die Geldpolitik könnte die geopolitischen Themen schon bald wieder als wichtigsten Taktgeber an den Börsen ablösen», sagt ein Marktbeobachter. In der Schweiz folgt am Donnerstag die geldpolitische Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank (SNB).

Defensive Werte bremsen erneut

Gegen 11.00 Uhr notiert der SMI 0,55 Prozent höher bei 13'766,00 Punkten. Der SMIM der mittelgrossen Werte gewinnt 0,52 Prozent auf 3083,38 Punkte und der breite SPI legt um 0,46 Prozent auf 19'461,96 Zähler zu.

Auch die übrigen europäischen Börsen tendieren fester. Die Ölpreise setzen ihre Talfahrt fort und notieren auf dem tiefsten Stand seit drei Monaten. Gefragt bleiben daneben auch andere Anlageklassen wie Gold, Silber und Bitcoin, die an die Vortagesgewinne anknüpfen.

Im SMI überwiegen mit 16 Gewinnern klar die positiven Vorzeichen. Zu den stärksten Titeln zählen der Zykliker ABB (+2,4 Prozent), Lonza (+1,4 Prozent) und Partners Group (+1,4 Prozent). Letztere setzen ihre Erholung nach dem kräftigen Ausverkauf Anfang Juni fort und profitieren zusätzlich von Management-Käufen in Millionenhöhe.

Gebremst wird der Leitindex hingegen wie schon am Vortag von den defensiven Schwergewichten. Novartis (-0,2 Prozent) geben leicht nach, während Roche (+0,1 Prozent) kaum vom Fleck kommen. Zu den schwächsten Werten zählt auch Kühne+Nagel (-0,5 Prozent). Händler verweisen darauf, dass eine Wiederöffnung der Strasse von Hormus die zuletzt stark gestiegenen Frachtraten wieder unter Druck setzen dürfte.

Umstufungen bewegen

Unternehmensnachrichten bleiben ansonsten rar. Cicor (-0,6 Prozent) reagieren verhalten auf die Ankündigung eines Effizienzprogramms und den Verkauf eines Werks in Tunesien. Leicht fester notieren die Aevis-Titel (+0,4 Prozent), nachdem die Gesellschaft den Börsengang des Spitalimmobilien-Spezialisten Infracore angekündigt hat.

Gefragt bleiben die Technologiewerte: Nach dem deutlichen Anstieg des Nasdaq setzen VAT, AMS-Osram, Comet und Inficon ihre Aufwärtsbewegung mit einem Plus von jeweils gut 1 Prozent fort. Auch Belimo (+3,5 Prozent) und R&S (+2,8 Prozent) knüpfen an ihre jüngsten Kursgewinne an, während Kardex (+2,0 Prozent) nach der Aufnahme auf die Favoritenliste der Helvetischen Bank gesucht sind.

Am breiten Markt sorgen zudem weitere Analystenkommentare für Bewegung. Huber+Suhner (-5,4 Prozent), Siegfried (-4,4 Prozent) und Swiss Marketplace Group (-2,5 Prozent) geben nach Rückstufungen deutlich nach. Klar gesucht sind dagegen Polypeptide (+7,4 Prozent), die von mehreren Kurszielerhöhungen profitieren.

Weiterhin ohne Abschluss bleiben die Titel von Matador, die theoretisch bereits seit Montag an der SIX gehandelt werden könnten.

an/rw

(AWP)