Konjunkturell gesehen rückt am Berichtstag das Protokoll der jüngsten Zinssitzung der US-Notenbank in den Fokus, das nach Börsenschluss in Europa publiziert wird. Die Investoren versprechen sich davon Hinweise auf die künftige Zinspolitik, zumal der neue Fed-Chef Kevin Warsh noch nicht so gut gelesen werden kann. Die Notenbanken befänden sich wegen der steigenden Inflation in Kombination mit einer nachlassenden Konjunkturdynamik in einem Dilemma, heisst es etwa in einer Einschätzung von Raiffeisen Schweiz in diesem Zusammenhang. Für eine expansivere Geldpolitik bestehe trotz nachlassender Konjunkturdynamik derzeit kein Spielraum. Die zu Jahresbeginn vom Markt erwarteten Zinssenkungen seien damit vom Tisch

Ölpreis wieder im Aufwind - Bitcoin unter Druck

Entsprechend der neuen Eskalationen in der Golfregion hat sich auch der Ölpreis bereits über Nacht wieder über 76 US-Dollar verteuert. Der Preis für ein Fass der Sorte Brent ist nach den Aussagen von Trump am Rande des Nato-Gipfels in Ankara mittlerweile gar auf über 78 Dollar geklettert. Der Bitcoin hingegen hat den umgekehrten Weg eingeschlagen und ist wieder unter 62'000 US-Dollar gesunken.

Der Leitindex SMI steht um 10.55 Uhr 1,54 Prozent tiefer bei 14'139,00 Punkten und büsst damit im Vergleich zum Vortag mehr als 200 Punkte ein. Von den 20 Titeln stehen bis auf Kühne+Nagel alle im Minus. Der Mid-Cap-Index SMIM fällt um 1,82 Prozent auf 3107,70 Punkte zurück und der breite SPI um 1,55 Prozent auf 19'890,56 Punkte.

Auch an anderen europäischen Börsenplätzen geht es mit den Kursen klar nach unten, der deutsche Dax oder CAC in Paris büssen mehr als 2 Prozent ein.

Die neueste Pirouette des US-Präsidenten drückt insbesondere auf baunahe Aktien. Nebst Sika (-4,7 Prozent) am Tabellenende geben auch Holcim (-3,2 Prozent) oder Geberit (-3,3 Prozent) markant nach. Auch die im frühen Geschäft noch in der Gewinnzone liegenden Amrize (-1,7 Prozent) stehen mittlerweile klar tiefer.

Betroffen sind davon auch einige Werte im breiten Markt wie Belimo (-7,3 Prozent), Implenia (-3,6 Prozent) oder Georg Fischer (-3,3 Prozent).

Bei den Blue Chips geben weiter Richemont (-3,3 Prozent), Givaudan (-2,3 Prozent) und ABB (-1,8 Prozent) oder aus dem Finanzsektor Partners Group (-2,1 Prozent) und UBS (-1,4 Prozent) klar nach.

Auch die Schwergewichte entziehen sich dem Abwärtssog nicht, am meisten fallen Roche (-1,7 Prozent) zurück, gefolgt von Novartis (-1,0 Prozent) und Nestlé (-0,8 Prozent).

Im breiten Markt fallen zudem einige Industrie-Aktien wie Komax (-5,1 Prozent), OC Oerlikon (-4,0 Prozent) Bystronic (-3,9 Prozent), Dormakaba (-3,8 Prozent) oder Bossard (-3,7 Prozent) mit deutlichen Abschlägen auf.

Gegen den Trend ziehen dagegen Kuros um 8,6 Prozent massiv an. Mit Berenberg hat ein viertes Analysehaus die Abdeckung der schwankungsanfälligen Biotech-Aktien aufgenommen. Und wie bereits die anderen drei empfiehlt auch der Berenberg-Experte die Aktien zum Kauf.

cf/rw

(AWP)