Dass der hiesige Markt sich insgesamt relativ gut hält, habe derweil vor allem mit seiner defensiven Ausrichtung zu tun. So notieren die Index-Schwergewichte aus dem Nahrungsmittel- und Pharmasektor allesamt im Plus. Auch die anhaltenden Störmanöver von der Politik - die USA haben erneut den Iran angegriffen - sind eher positiv für defensive Aktien. «Die meisten Börsianer lassen sich sowieso davon nicht mehr allzu stark beeindrucken», meinte ein Marktteilnehmer dazu.
Der Leitindex SMI notiert kurz nach 11 Uhr 0,05 Prozent bei 14'260,29 Punkten. Auf Wochensicht ergibt sich auf diesem Stand ein leichtes Plus von 25 Punkten. Der Mid-Cap-Index SMIM der mittelgrossen Werte verliert derweil 0,49 Prozent auf 3100,88 Punkte und der SPI 0,20 Prozent auf 20'029,72 Zähler.
Mehrheit der SMI-Titel im Plus
Zur Berichtszeit stehen 13 der 20 SMI-Titel im Plus. Angeführt wird das Feld von den ebenfalls defensiven Swisscom (+2,2 Prozent), die nach einer längeren Schwächephase seit Monatsbeginn wieder im Aufwind sind. Dahinter folgen Partners Group (+1,9 Prozent). Die Titel des Privatmarktanbieters hatten am Vortag nach skeptisch aufgenommenen Semesterzahlen allerdings 6 Prozent eingebüsst. Weit vorne zu finden sind auch Logitech (+1,7 Prozent), Swiss Re (+1,1 Prozent) und Kühne+Nagel (+0,9 Prozent).
Firmen-News aus dem SMI-Bereich sind derweil Mangelware. Einzig Novartis hat in der Nacht auf Freitag die US-Zulassung für das Medikament Fabhalta bei Nierenerkrankung vermeldet. Entsprechend sind die Papiere des Basler Pharmakonzerns gesucht (+0,5 Prozent). Aber auch die anderen defensiven Schwergewichte Nestlé (+0,7 Prozent) und Roche PS (+0,03 Prozent) legen zu. Alle drei werden in der kommenden Woche ihre Halbjahreszahlen bekanntgeben. Insgesamt werden in dieser «Super-Woche» rund 40 der hiesigen Unternehmen einen Einblick in ihr erstes Semester geben.
Schwächster Wert sind aktuell Richemont (-1,7 Prozent). Die Papiere des Luxusgüter-Herstellers hatten vor allem am Mittwoch nach sehr starken Quartalszahlen in der Gunst der Anleger gestanden. Weitere Gewinnmitnahmen nach den Verlusten vom Vortag gibt es bei ABB (-1,3 Prozent). Und auch bei UBS (-1,5 Prozent) ist der jüngste Steigerungslauf zuletzt zum Stillstand gekommen.
Höhenflug bei GF
Im breiten Markt stehen vor allem die hiesigen Chipwerte unter Druck, mit durchs Band satten Verlusten: VAT (-6,6 Prozent), Comet (-6,6 Prozent), Inficon (-7,2 Prozent), Ams Osram (-9,6 Prozent). Die Titel würden wieder einmal in Sippenhaft genommen von der internationalen Entwicklung mit der Schwäche der KI-Werte. Ein Marktexperte verwies zudem darauf, dass neben Gewinnmitnahmen auch Druck komme durch eine Korrektur bei Anlageprodukten, die Investments in KI-Aktien mit Hebel erlaubt hätten.
Einen Höhenflug erleben derweil Georg Fischer (+11,5 Prozent) nach starken Zahlen. Der Schaffhauser Konzern hat für das Gesamtjahr 2026 die bisherige Prognose für das fortgeführte Flow-Solutions-Geschäft erhöht. Vontobel sprach in einem ersten Kommentar von einer starken Beschleunigung des Auftragseingangs im zweiten Quartal.
Adecco (+5,5 Prozent) bauen die bereits hohen Vortagesgewinne nochmals deutlich aus. Zahlen der Konkurrenz und eine Aufstufung aus Analystenkreisen geben weiteren Rückenwind. DKSH (-5,6 Prozent), Rieter (-5,4 Prozent) und Mikron (-2,8 Prozent) werden derweil nach Zahlen verkauft.
uh/to
(AWP)
