Anleger warteten weiterhin auf belastbare Fortschritte im Iran-Konflikt, vor allem in Form konkreter diplomatischer Ergebnisse oder klarer Signale einer nachhaltigen Deeskalation. Dabei mutierten die globalen Finanzmärkte immer mehr zum Spielball der Ad-hoc-Nachrichten der US-Regierung, kritisiert ein weiterer Markt-Akteur. Es sei frappierend, wie stark der nervöse Zickzackkurs der Märkte mit den unberechenbaren Posts auf Trumps Plattform «Truth Social» korreliere.

Ohne Einigung bleibt auch die Strasse von Hormus weiter gesperrt. Entsprechend haben die Ölpreise zu Wochenbeginn wieder zugelegt, was grundsätzlich eher auf die Stimmung drücke, heisst es im Handel.

Wichtige Makro-Daten

Im weiteren Wochenverlauf stehen zudem einige wichtige Impulse an: So rücke das Treffen zwischen US-Präsident Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in den Fokus der Investoren. Aber auch der Stabwechsel bei der US-Notenbank zum Wochenschluss bewege die Gemüter, so ein Händler. Kevin Warsh wird dann das Zepter von Jerome Powell als Vorsitzender übernehmen. Zudem stehen am morgigen Dienstag US-Inflationsdaten auf dem Plan, die den Markt massgeblich beeinflussen könnten, da sie den weiteren Zinspfad der US-Notenbank Fed beeinflussen.

Der SMI verliert gegen 11.00 Uhr 0,19 Prozent auf 13'076,18 Zähler. Gewinner und Verlierer halten sich die Waage. Der SMIM mit den mittelgrossen Werten gibt um 0,59 Prozent nach auf 2983,81 Punkte und der der breite SPI 0,15 Prozent auf 18'546,21.

Gewinnmitnahmen nach starker Vorwoche

Die Aktien von Swiss Life (-2,6 Prozent oder -22,60 Fr.) werden zwar als grösste Verlierer angezeigt, der Lebensversicherer wird an diesem Tag allerdings ex Dividende von 36,50 Franken gehandelt.

Klar abwärts geht es unterdessen für Richemont (-2,2 Prozent). Abgesehen davon, dass die Aktien in der Vorwoche mit einem Plus von annähernd 7 Prozent zu den Favoriten gezählt haben, sorgen die jüngsten Inflationsdaten aus China für Zurückhaltung. Getrieben durch die teuren Energiepreise ist die Teuerungsrate überraschend gestiegen. Analysten hatten einen Rückgang erwartet.

Abwärts geht es auch für baunahe Werte wie Sika, Geberit oder Amrize, die sich um bis zu 1,6 Prozent verbilligen. Dagegen zählen Holcim (+1,1 Prozent) zu den grössten Gewinnern. In einer Studie von JPMorgan geben die Analysten Holcim ganz klar den Vorzug vor Sika. Das spiele der Markt nun nach, sagen Börsianer.

Abwärts geht es auch erneut für Alcon (-1,4 Prozent), die damit das Minus von über 15 Prozent der Vorwoche nach Zahlen noch ausweiten.

Im Gewinnerfeld sind neben Holcim noch Logitech (+1,2 Prozent) zu finden. Die Titel knüpfen auch dank starker US-Vorgaben an ihre starke Vorwochenentwicklung an. Auch bei Finanzwerten wie Swiss Re, UBS, Zurich und Partners Group greifen Investoren zum Wochenstart zu, wie die Aufschläge von bis zu 0,8 Prozent zeigen.

In den hinteren Reihen legen Swatch (-2,8 Prozent) nach der starken Vorwoche (+16,5 Prozent) eine Verschnaufpause ein. Neben der Kooperation mit dem Konkurrenten Audemars Piguet herrsche am Markt auch vor der am morgigen Dienstag stattfindenden Generalversammlung des Uhrenherstellers eine gewisse Spannung.

Ansonsten sind es vor allem Analystenkommentare, die Werte aus den hinteren Reihen bewegen. Bei Ams Osram (+7,4 Prozent) oder auch Ypsomed (+3,0 Prozent) sorgen Hochstufungen bzw. positive Neuabdeckungen für Kursgewinne. VAT (-0,9 Prozent) und Comet (-2,7 Prozent) werden dagegen nach Zurückstufungen gemieden.

hr/ys

(AWP)