Die schwächer als erwartet ausgefallenen Einkaufsmanager-Indizes liessen die Hoffnungen der Investoren steigen, dass die US-Notenbank Fed wegen der Gefahr einer Rezession womöglich keinen weiteren Zinsschritt unternehmen werde, heisst es in Marktkreisen. Die Credit Suisse geht laut einem Marktkommentar zudem davon aus, dass das Potential für eine sanfte Landung der Wirtschaft gegeben sei.
Der SMI notiert um 11.00 Uhr 0,38 Prozent höher bei 11'015,88 Punkten (Tageshoch 11'055). Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, gewinnt 0,46 Prozent auf 1730,19 Punkte und der breite SPI 0,44 Prozent auf 14'520,19 Punkte. Im SLI werden 25 Titel höher gehandelt und 5 tiefer.
Die Zahlen von Nvidia nach US-Börsenschluss werden beispielsweise in einem Kommentar von Swissquote als "umwerfend" bezeichnet, insbesondere der massiv über den Erwartungen ausgefallene Gewinn je Aktie oder das angekündigte Aktienrückkaufprogramm. "Ein Investor könnte sich nicht mehr wünschen", so die Online-Bank. Darüber hinaus richtet sich das Augenmerk nun aber auf das Treffen der Notenbanker in Jackson Hole, das am Berichtstag eröffnet wird. Die mit Spannung erwartete Rede von Fed-Chef Jerome Powell ist allerdings erst für Freitag angesagt.
Grösster Gewinner sind aktuell UBS (+2,3%). Dicht dahinter folgen aber bereits Tech-nahe Werte wie VAT (+2,0%), AMS Osram (+1,9%) oder Temenos (+1,0%). Die am Vorabend nach Börsenschluss in den USA publizierten Quartalszahlen des Chipkonzerns Nvidia beflügeln europaweit die Tech-Aktien. Die Zahlen dämpften deshalb die Sorgen der Investoren vor überhöhten Bewertungen und falschen Erwartungen an das Potential von Künstlicher Intelligenz, heisst es etwa in einer Einschätzung von Raiffeisen Schweiz. Im breiten Markt profitieren davon etwa Comet (+3,6%), Sensirion (+3,4%) oder Inficon (+2,0%).
Bei den Blue Chips ziehen ausserdem Givaudan,(+1,5%), Lindt&Sprüngli (+1,0%) oder Swatch (+1,3%) mehr als 1 Prozent an.
Zu den wenigen Verlierern zählen Holcim (-0,9%) am Tabellenende, welche damit an die Kursverluste vom Vortag anknüpfen. Börsenbeobachter erklären sich die Abgaben einerseits mit der Angst vor einer Abkühlung der Baukonjunktur in Europa, andererseits aber auch mit Besteuerungsplänen für Autobahnbetreiber der französischen Regierung. Auch Sika (-0,8%) geben klar nach.
Bei Roche GS (-0,7%) kommt es nach dem starken Vortag zu Gewinnmitnahmen.
Die Musik spielt am Berichtstag aber im breiten Markt, aus dem zahlreiche Unternehmen Zahlen publiziert haben: In der Folge werden etwa SPS (+0,4%), Hochdorf (+4,5%), Kudelski (+1,5%) oder LLB (+0,8%) höher gehandelt und SoftwareOne (-3,4%) tiefer. Gar einen Einbruch erleben Evolva (-15%).
Im Fokus stehen aber auch die Aktien der in einem Übernahmepoker steckenden GAM, welche nach volatilem Verlauf mittlerweile ein Plus von 1,7 Prozent verzeichnen. Nachdem Liontrust in seinem Akquisitionsvorhaben weit hinter der benötigten Zweidrittelmehrheit zurückgeblieben ist, wird erwartet, dass der britische Asset Manager das Angebot für GAM zurückzieht. Derweil hat GAM bereits Gespräche mit der Investorengruppe Newgame aufgenommen.
Huber+Suhner (+1,5%) ziehen etwas an nach der Ankündigung einer Partnerschaft für Radar-Antennen mit dem koreanischen Unternehmen HL Klemove für Anwendungen im Bereich automatisiertes Fahren.
cf/kw