Iran wiederum hat Vergeltung angekündigt, falls dies geschehen sollte und mit der vollständigen Schliessung der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge gedroht. Neben den meisten Aktienmärkten stehen auch die Edelmetalle Gold und Silber massiv unter Druck. Seit Beginn des Iran-Konflikts haben die stark gestiegene Ölpreise die Inflationsrisiken erhöht und die Aussichten auf baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Fed und anderer Zentralbanken verringert. Höhere Zinsen belasten tendenziell Edelmetalle, da sie keine Zinsen abwerfen.

Im Handel herrscht angesichts des Krieges eine grosse Unsicherheit. Das Szenario eines vorübergehenden Energie-Schocks trete zunehmend in den Hintergrund zugunsten eines Umfelds mit «länger anhaltendend» hohen Preisen, was erhebliche Auswirkungen auf das Wachstum, die Unternehmensmargen und die Geldpolitik habe, sagte ein Händler. Oder mit anderen Worten: «Die Anleger beginnen zu begreifen, dass sich dieser Schock nicht auf Öl beschränkt, sondern sich über die Transport-, Produktions- und Verbrauchskosten auf die gesamte Wirtschaft ausbreitet.»

Marke von 12'000 Punkten in Reichweite

Die Bank Julius Bär berechnet den hiesigen Aktienleitindex SMI vorbörslich um 08.15 Uhr 1,55 Prozent tiefer bei 12'130 Punkten. Bis zur psychologisch wichtigen Marke von 12'000 Zählern würde somit nur noch gut 1 Prozent fehlen. Seit Beginn des Krieges hat der SMI (Stand Freitagabend) rund 12 Prozent eingebüsst, im Vergleich zu Ende 2025 steht er 7 Prozent tiefer. Der Aktienmarkt befindet sich damit bereits in einer klaren Korrekturphase (mehr als 10 Prozent zum Höchststand). Bis zu einem Bärenmarkt (-20 Prozent zum Höchststand) fehlt allerdings noch etwas.

Von den 20 SMI-Titel stehen vorbörslich alle im roten Bereich, wobei die Minusraten von Swiss Life (-0,9 Prozent) und Swiss Re (-1,0 Prozent) bis ABB (-3,5 Prozent) und Givaudan (-3,6 Prozent) gehen. Letztere beiden werden allerdings ex-Dividende gehandelt.

Auch bei den vorbörslich gehandelten Nicht-SMI-Werten gibt es nur rot. Im Fokus steht dort unter anderem Sonova (-1,1 Prozent). Der Hörgerätekonzern hat im Rahmen eines Strategie-Updates den Verkauf des Audiogeschäfts (Sennheiser) angekündigt.

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(AWP)