Ein sehr dicht bepackter Abend dürfte bei vielen Investoren heute für eine gewisse Zurückhaltung sorgen. So steht zunächst der voraussichtlich letzte Fed-Zinsentscheid von Jerome Powell auf der Agenda. Am Markt wird kein Zinsschritt erwartet. Und da ein Wechsel im Präsidium ansteht, dürften auch die begleitenden Kommentare nicht so stark ins Gewicht fallen wie sonst, meinen Börsianer. Fast wichtiger für die Richtung der Märkte dürften daher die nachbörslich anstehenden Zahlen einiger der «Magnificent 7» sein. Denn es legen Microsoft, Meta, Amazon und die Google-Mutter Alphabet ihre Quartalsberichte vor.

UBS im Fokus

Die Bank Julius Bär berechnet den SMI gegen 08.10 Uhr mit 13'190 Punkten um 0,32 Prozent höher. Am Vortag hatte der Leitindex ein leichtes Minus gezeigt.

Klar im Fokus stehen die UBS (+1,7 Prozent) nach Quartalszahlen. Die Grossbank überraschte mit einem starken Gewinnsprung und verdiente deutlich mehr als erwartet. Bei der CS-Integration sieht sie sich im Endspurt. Für die Erreichung der Jahresziele gibt sich UBS-Chef Sergio Ermotti zuversichtlich.

Amrize (+0,2 Prozent), die erst am Abend nach Börsenschluss Zahlen vorlegen, entwickeln sich zunächst im Einklang mit dem Gesamtmarkt. Das erste Quartal ist saisonal schwach beim Baustoffhersteller. Daher richtet sich der Fokus auf Aussagen zur Marktlage und zum Ausblick.

Auch Straumann (+3,2 Prozent) legte bereits Ergebnisse für das erste Jahresviertel vor. Dabei übertraf das organische Wachstum die Analystenerwartungen. Besonders in Nordamerika legte der Dentalimplantatehersteller zu, während China weiter schwächelte. Der Ausblick wurde bestätigt.

Vom Generikahersteller Sandoz (-0,3 Prozent) gab es erste Umsatzzahlen. Dabei legte das Geschäft mit Biosimilars weiter zu, während die Generika-Sparte die Verwerfungen im Penicillin-Geschäft zu spüren bekam. An der Guidance hält Sandoz fest.

Durch die anstehenden Zahlen grosser US-Techkonzerne dürften auch die heimischen Titel der Branche in Bewegung kommen. Zudem waren KI-Aktien an der Nasdaq nach einem kritischen Bericht über OpenAI unter Druck geraten. VAT (+2,5 Prozent) erhielten indes durch eine Hochstufung von Goldman Sachs auf «Buy» sowie eine Kurszielerhöhung der UBS Rückenwind.

dm/rw

(AWP)