Ab dem heutigen Freitag soll es in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran geben. Ziel ist eine dauerhafte Beendigung des Krieges. Zu den schwierigen Themen dürfte bei den Gesprächen auch der Streit um die Öffnung der Strasse von Hormus zählen.

Fragile Waffenruhe

Dass dies ein Knackpunkt sein könnte, zeigen auch die jüngsten Berichte, wonach der Iran Gebühren von Tankern für die Durchfahrt verlange. Hierzu schrieb US-Präsident Donald Trump auf der Plattform Truth Social: Das sollten sie besser nicht tun, und falls sie es tun, sollten sie besser «jetzt damit aufhören!». Später schrieb er, der Iran leiste mit Blick auf Öltransporte durch die Meerenge «sehr schlechte Arbeit», die man auch als «unredlich» bezeichnen könne.

Doch obwohl die Waffenruhe eher fragil ist, kommt bislang kein neuer Druck durch die Ölpreise auf. Sie sind aktuell der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt. Die Preise für das Fass der Nordseesorte Brent als auch für die Sorte WTI bleiben beide klar unter 100 Dollar, nachdem sie am Mittwoch in einer ersten Reaktion auf die Waffenruhe in Richtung 90 Dollar gesunken waren.

US-Preisdaten das Zünglein an der Waage

Im weiteren Tagesverlauf steht mit der US-Inflation noch das Daten-Highlight dieser Woche an, wie es in einem Kommentar heisst. Laut Händler verheissen die Prognosen auf den ersten Blick nichts Gutes: Auf Jahressicht werde ein merklicher Anstieg erwartet. «Diese Zahlen sind das absolute Zünglein an der Waage. Fallen die Daten besser aus als befürchtet, dürfte das die Zinsfantasien neu befeuern und den Aktienmarkt endgültig ins Wochenende katapultieren. Sind die Teuerungsraten jedoch schlimmer als erwartet, droht dem gerade erst geborenen, jungen Aufwärtstrend ein jähes und brutales Ende.»

Für den SMI berechnet die Bank Julius gegen 8.15 Uhr ein Plus von 0,23 Prozent auf 13'190 Punkte. Damit zeichnet sich der dritte Plus-Tag in Folge und auch ein Wochenplus ab. Aktuell werden alle 18 der 20 SMI-Werte im Plus erwartet, und zwar zwischen +0,3 (Swisscom) und +2,4 Prozent (Holcim).

Der Zementhersteller Holcim wird vor allem wegen Analystenkommentaren gesucht. So hat Goldman Sachs die Titel auf «Buy» hochgestuft. Laut Händlern hat zudem Exane BNP Paribas die Papiere auf «Neutral» hochgestuft. Das sorge für Rückenwind. Mit vorbörslichen Kursgewinnen von jeweils mehr als 1 Prozent sind auch Amrize und UBS überdurchschnittlich fest.

Derweil werden Zurich um 4,3 Prozent oder 24,70 Franken tiefer indiziert. Allerdings werden die Papiere an diesem Tag Ex-Dividende (30,00 Franken) gehandelt. Damit halten vorbörslich Sika (-0,2 Prozent) die rote Laterne.

In den hinteren Reihen ziehen unterdessen Bossard (+2,0 Prozent) deutlich an. Die Umsatzzahlen für das erste Quartal lassen eine gewisse Stabilisierung erkennen.

hr/to

(AWP)