Laut dem «Wall Street Journal» soll sich Trump gegenüber seinen Beratern bereit erklärt haben, den Krieg zu beenden - auch wenn die Strasse von Hormus weiterhin gesperrt bleibe. Irans Präsident sagte in einem Telefonat mit dem Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, der Iran habe «den nötigen Willen, diesen Krieg zu beenden», erwarte jedoch, dass bestimmte Voraussetzungen erfüllt würden.
«Die Märkte haben sich offenbar für die optimistische Interpretation dieser Aussagen entschieden», sagte ein Händler. Doch die Stimmung der Anleger pendele weiter zwischen der Angst, eine Erleichterungsrallye zu verpassen und den Befürchtungen einer neuen Eskalation, sollten die Verhandlungsbemühungen im Sand verlaufen. Am Nachmittag steht mit dem ADP Beschäftigungsbericht ein erster Hinweis in Richtung des offiziellen US-Arbeitsmarktberichts an, der am Karfreitag vorgelegt wird. Auch der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe könnte einen Blick wert sein.
Ölpreis weiter über 100 Dollar - SMI zieht an
Bei den Ölpreisen zeigte sich zwar auch eine gewisse Entspannung, dennoch rangieren sie weiterhin über der Marke von 100 Dollar. So kostete ein Fass der Sorte Brent am frühen Morgen 105,26 Dollar, für ein Barrel WTI lag der Preis bei 102,88 Dollar.
Die USA wollen die Öffnung der vom Iran weiterhin blockierten Strasse von Hormus anderen Ländern überlassen. Die USA hätten mit dem Problem «nichts zu tun», sagte US-Präsident Donald Trump im Weissen Haus. «Wenige Stunden zuvor hat Trump noch mit der Besetzung der Insel Kharg gedroht und wollte iranisches Öl beschlagnahmen. Turbulenzen sind mit solchen Aussagen weiter unvermeidlich», kommentierte ein Händler.
Die Bank Julius Bär berechnet den SMI am Morgen gegen 8.10 Uhr um 1,47 Prozent höher bei 12'965 Punkten. Alle Werte werden teils deutlich im Plus erwartet, einzig Nestlé, Novartis und Swisscom legen weniger als 1 Prozent zu.
Studien und Techwerte treiben
Nachrichten von Bluechips sind in der ohnehin ausgedünnten Agenda Mangelware. Entsprechend dürften Studien einzelne Aktien bewegen. So ist die Citigroup mit Blick auf den Versicherer Zurich (+1,5 Prozent) zurückhaltend und nimmt die Bewertung nur mit «Neutral» wieder auf. Sika (+2,1 Prozent) behält von Goldman Sachs die Kaufempfehlung, das Kursziel wird indes um 10 Prozent gesenkt.
Tech-Werte dürften von den Gewinnen der Nasdaq und asiatischen Technologietiteln angetrieben werden - so stehen Logitech (+2,1 Prozent) VAT (+3,0 Prozent), AMS Osram (+3,6 Prozent) oder Comet (+3,2 Prozent) bereits vorbörslich klar im Plus. Inficon (+4,7 Prozent) werden zudem von einer positiven Studie beflügelt. JPMorgan hat die Bewertung mit «Overweight» aufgenommen und sieht Inficon in einer attraktiven Nischenposition in der Halbleiterindustrie.
Der Generika-Hersteller Sandoz (+2,9 Prozent) profitiert von einer Neueinstufung durch Goldman Sachs. Die US-Bank hat die Titel mit «Buy» gestartet. Indes verweisen Händler zu den Verlusten bei SoftwareOne (-1,6 Prozent) auf einen Blocktrade von rund 7 Millionen Aktien.
Bei Komax (+1,9 Prozent) steht eine Neuausrichtung an. Im Zuge dessen verlässt CEO Matijas Meyer den Kabelmaschinenhersteller mit sofortiger Wirkung. Bis ein Nachfolger gefunden ist, übernimmt VRP Andreas Häberli die operative Leitung.
dm/ra
(AWP)

