«Alles, was die Börsen am Freitag noch gefeiert haben, ist aktuell wieder hinfällig», sagt ein Händler. «Die Situation in der Strasse von Hormus bleibt unübersichtlich. Zudem ist zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht klar, wann die USA und der Iran wieder miteinander reden werden.» Die Phase der Unsicherheit gehe in die Verlängerung.
SMI von Nestlé-Dividende verzerrt
Die Bank Julius Bär berechnet den SMI am Morgen gegen 08.15 Uhr um 1,7 Prozent tiefer bei 13'200 Punkten. Die Vorwoche hat der Leitindex dank des fulminanten Kurssprungs von annähernd 2 Prozent am Freitag mit einem Plus von 1,8 Prozent beendet.
Die heutige Performance des SMI dürfte allerdings tendenziell verzerrt sein, da Schwergewicht Nestlé (-4,3 Prozent oder -3,37 Fr.) ex Dividende (3,10 Fr.) gehandelt wird. Für die restlichen 19 SMI-Werte geht es zwischen 2,7 Prozent (Amrize) und 0,6 Prozent (Novartis) abwärts.
Berichtssaison gewinnt an Einfluss
Auch die deutlich gestiegenen Rohölpreise dürften bei Investoren zunächst für eine gewisse Vorsicht sorgen, heisst es im Handel. Allerdings notieren sowohl die Nordseesorte Brent als auch die US-Sorte WTI trotz eines markanten Anstiegs unterhalb der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar je Barrel.
Trotz der Ungewissheit um die weitere Richtung des Nahost-Konflikts dürfte in den kommenden Tagen auch die Berichtssaison eine immer stärkere Rolle spielen, da die Unternehmen mit ihren Ausblicken wichtige Einblicke in den Zustand der Wirtschaft geben.
Hierzulande werden sich zahlreiche Blue Chips wie etwa ABB, Nestlé, Roche und Holcim mit ihren Quartalszahlen zu Wort melden. Zum Wochenstart allerdings ist das Nachrichtenaufkommen überschaubar.
Erwähnenswert ist noch der Rückversicherer Swiss Re (-1,5 Prozent). Dieser treibt die Digitalisierung und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) voran. CEO Andreas Berger sieht darin einen entscheidenden Hebel für Produktivitätssteigerungen und eine bessere Risikobewertung, wie er im Interview mit der «NZZ am Sonntag» erklärte.
hr/rw
(AWP)
