Das US-Militär griff in der dritten Nacht in Folge Ziele im Iran an und nahm die Seeblockade gegen iranische Häfen wieder auf. Zudem will Washington künftig eine Gebühr von 20 Prozent auf Frachttransporte durch die Strasse von Hormus erheben, was die Transportkosten gemäss Marktbeobachtern massiv erhöhen würde. Laut US-Regierungsvertretern sollen die Angriffe Iran zwar unter Druck setzen, gleichzeitig aber auch eine Rückkehr an den Verhandlungstisch erzwingen.
Derweil legte China überraschend starke Exportdaten vor: So stiegen die Ausfuhren aus dem Reich der Mitte im Juni um 27 Prozent, was den grössten Anstieg seit Oktober 2021 bedeutet. Im Fokus der Anleger stehen am Dienstag zudem die US-Konsumentenpreise für Juni, die neue Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank liefern dürften. Daneben nimmt die Berichtssaison mit den Quartalszahlen mehrerer US-Grossbanken Fahrt auf.
Ölpreis auf höchstem Stand seit Mitte Juni
Die Ölpreise legten angesichts der Sorgen um die Strasse von Hormus weiter zu. Brent-Rohöl stieg am Dienstag erstmals seit Mitte Juni zwischenzeitlich wieder über 85 US-Dollar. Damit würden die Inflations- und Zinssorgen neu entfacht, heisst es am Markt.
Die Bank Julius Bär berechnet den SMI am Dienstagmorgen gegen 08.10 Uhr 0,43 Prozent tiefer bei 14'205. Punkten. Am Montag hatte der Leitindex unterstützt durch die defensiven Werte noch um 0,22 Prozent zugelegt.
Einziger Gewinner bei den Bluechips sind Kühne+Nagel (+1,1 Prozent), die von der erhöhten Komplexität im Frachtgeschäft profitieren dürften. Auf der anderen Seite werden ABB (-0,9 Prozent) im Vorfeld der Quartalszahlen vom Donnerstag tiefer gestellt.
Im breiten Markt stehen Technologie- und Halbleiterwerte wie AMS Osram, Comet und VAT überdurchschnittlich unter Druck. Die schwachen Vorgaben der technologielastigen Nasdaq sowie des südkoreanischen Kospi belasten die Stimmung im gesamten Sektor.
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(AWP)
