Im Iran-Konflikt gibt es derzeit zwar keine negativen Überraschungen, wirkliche Entspannungssignale allerdings auch nicht. So hat US-Präsident Donald Trump etwa die Nato-Verbündeten mit konfrontativen Worten zur Unterstützung bei der Sicherung von Öltransporten in der wichtigen Strasse von Hormus gedrängt. Die Nato werde vor einer düsteren Zukunft stehen, sollten die Partner der USA dabei nicht helfen, sagte Trump in einem kurzen Interview der «Financial Times». Der Ölpreis (Brent) hat über das Wochenende leicht angezogen und notiert bei rund 105 Dollar das Fass.

In der laufenden Woche richtet sich der Blick neben dem Iran-Krieg in die Schaltzentralen der wichtigsten Notenbanken. Innerhalb von nur 24 Stunden werden am Mittwoch und Donnerstag die US-Notenbank Federal Reserve (Fed), die Europäische Zentralbank (EZB), die Bank of England (BoE), die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die Bank of Japan (BoJ) ihre Sitzungen abhalten. Die Währungshüter können so erstmals auf die durch den Krieg ausgelösten Schocks reagieren.

Die Bank Julius Bär berechnet den vorbörslichen SMI gegen 08.15 Uhr 0,86 Prozent im Plus bei 12'950 Punkten. 18 der 20 Blue Chips werden im Plus erwartet, wobei die Bandbreite von 0,2 Prozent bis 1,8 Prozent reicht. Der SMIM wird derweil 0,60 Prozent höher bei 2959,00 Zählern erwartet.

Ein eindeutiges Muster zeigt sich nicht. Sowohl defensive als auch konjunktursensitive Titel legen zu. Bei den Blue Chips legen Givaudan, Zürich, UBS, Amrize und Roche vorbörslich mehr als 1 Prozent zu. Auch Novartis sind mit Gewinnen von knapp 1 Prozent weit vorne anzutreffen, nachdem der Pharmakonzern positive Studienresultate und den Start eines neuen Aktienrückkaufprogramms verkündete.

Moderate Verluste von bis zu 0,4 Prozent erleiden auf der anderen Seite einzig Geberit und Partners Group.

Am breiten Markt fallen Tecan (-1,2 Prozent) negativ auf, nachdem der Laborausrüster mit tiefroten Zahlen überrascht hat.

Im Auge behalten sollten die Investoren den Idorsia-Kurs, nachdem CEO Srishti Gupta überraschend zurückgetreten ist.

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(AWP)