Die gelassene Reaktion der Märkte auf die Entwicklungen in Venezuela spiegelt laut Marktbeobachtern den jüngsten Trend wider, geopolitische Unsicherheiten weitgehend zu ignorieren und sich auf fundamentale Treiber zu konzentrieren. Im Hintergrund wirke die Hoffnung auf Zinssenkungen der US-Notenbank als Unterstützung für die Aktienmärkte. Der am Freitag erwartete US-Arbeitsmarktbericht für Dezember ist der nächste echte Test für dieses Szenario.
Die Bank Julius Bär berechnet den SMI vorbörslich gegen 8.10 Uhr um 0,28 Prozent höher bei 13'285,00 Punkten. Das Gros der Blue Chips legt in diesem Umfang zu. Das kurz vor Weihnachten erreichte Allzeithoch (13'288,66) ist damit wieder in unmittelbarer Schlagweite.
Eine Ausnahme bilden ABB mit einem Kursplus von 1,2 Prozent. Händlern zufolge hat Barclays sein Kursziel für den Industriekonzern leicht erhöht, bleibt jedoch bei seinem Votum «Underweight».
Holcim (+0,2 Prozent) könnten am Berichtstag für Gesprächsstoff sorgen, hat doch der Baustoffkonzern die Übernahme der französischen Alkern unter Dach und Fach gebracht. Der Deal steuert rund 250 Millionen Euro zum Jahresumsatz bei.
Im Tagesverlauf dürften Alcon (+0,2 Prozent) in den Fokus rücken. Denn um 14.30 Uhr MEZ startet die ausserordentliche Generalversammlung der US-Medtech-Firma Staar Surgical zur geplanten Übernahme durch Alcon. Zuletzt hatte Alcon das ursprüngliche Angebot nachgebessert.
Auch im breiten Markt sind es vor allem Analystenvoten, die für Bewegung sorgen. Bucher etwa - die Papiere büssen deutliche 2,9 Prozent ein - wurde von der UBS auf «Neutral» von zuvor «Buy» gesenkt.
Ein Blick wert sein dürften SMG, für die vorbörslich keine Kurse gestellt werden. Denn der Preisüberwacher hat erstmals einvernehmliche Regelungen mit grossen digitalen Inserat-Plattformen zu deren Preismodellen abgeschlossen. Der Deal hat keine Auswirkungen auf Finanzziele und Rentabilität, betonte die Betreiberin von Plattformen wie Homegate, Ricardo oder Tutti.
ra/uh
(AWP)
