Ausschlaggebend für den Stimmungswandel waren nicht zuletzt die zahlreichen führenden Zentralbanken, die in den vergangenen zwei Wochen versicherten, dass sie in Sachen Zinserhöhungen noch deutlich weiter gehen würden. Grund für diese restriktive Haltung ist vor allem die nach wie vor hohe Kerninflation. Mit den anhaltend hohen Zinsen verlieren wiederum Aktien an Attraktivität im Vergleich zum Beispiel zu Anleihen. Zudem verteuern hohe Kapitalmarktzinsen die Refinanzierung von Unternehmen und belasten so tendenziell deren Gewinne. In diese Gemengelage habe die kurze Meuterei der Söldner-Gruppe Wagner gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin vom Wochenende noch mehr Unsicherheit gebracht.
Der von der Bank Julius Bär berechnete vorbörsliche SMI wird gegen 08.15 Uhr um 0,07 Prozent tiefer gestellt auf 11'213,65 Punkte. Die vergangene Woche hatte der Index mit einem Minus von knapp 1,5 Prozent beendet.
Von den 20 SMI-Werten werden zunächst alle bis auf Sika (+0,7% auf 242,05 Fr.) um 0,1 Prozent tiefer erwartet. Die Bauchemie-Spezialistin profitiert von einem Analystenkommentar. Der zuständige Experte von Barclays hat das Kursziel auf 390 Franken nach oben angepasst. Er drücke damit sein Vertrauen in die Marktdurchdringung und das Wachstumspotenzial des Konzerns aus.
Die von der UBS (-0,1%) übernommene Credit Suisse sorgt ebenfalls für Gesprächsstoff. Im Rechtsstreit der CS mit dem früheren georgischen Regierungschef und Milliardär Bidzina Ivanishvili hat ein Berufungsgericht auf den Bermudas gewisse Punkte des bisherigen Urteils revidiert. Die Grossbank will nun auch das Urteil des Berufungsgerichts noch weiter ziehen.
Derweil haben beim Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler (-0,1%) Geschäftsleitungsmitglieder am vergangenen Freitag den vierten Tag in Folge kräftig zugekauft.
In den hinteren Reihen sind SIG-Aktien (+1,4%) vorbörslich gesucht. Der Verpackungsmaschinen-Hersteller will ein attraktiver Dividendenzahler sein, wie CEO Samuel Sigrist der "Finanz und Wirtschaft" sagte.
Dem steht ein Kursrutsch von 11 Prozent bei der Derivatboutique Leonteq gegenüber, nachdem sie für das Geschäftsjahr 2023 eine Gewinnwarnung ausgesprochen hat.
hr/tv