Zuletzt hatte sich eine gewisse Zuversicht am Markt bemerkbar gemacht, dass der Höhepunkt der Inflation nun endgültig überschritten sei. Damit stiegen auch die Erwartungen, dass der aktuelle Zinserhöhungszyklus der US-Notenbank nach der Sitzung in der nächsten Woche beendet sein werde, kommentiert ein Börsianer. Diese Hoffnung könnte allerdings durch Enttäuschungen bei den anstehenden Wirtschaftsdaten oder auch den Unternehmensgewinnen Kratzer bekommen. Hierzulande stehen alleine am Morgen elf Unternehmen mit Zahlen planmässig auf der Agenda.
Der von der Bank Julius Bär berechnete SMI tritt vorbörslich gegen 08.20 Uhr mit -0,02 Prozent auf der Stelle bei 11'118,13 Punkten. Von den 20 SMI-Werten weisen alle bis auf ABB (+0,9%) und Geberit (+1,9%) negative Vorzeichen auf.
Der Industriekonzern ABB ist im zweiten Quartal 2023 deutlich gewachsen und hat den Gewinn klar gesteigert. Mit einer hohen Auslastung stieg die Profitabilität deutlich, weshalb der Konzern seine Prognosen erneut erhöht. Analysten reagieren zunächst positiv auf das Zahlenset.
Beim Sanitärtechniker Geberit wirkt eine neu ausgesprochene Kaufempfehlung durch Goldman Sachs vorbörslich kurstreibend.
Vorbörsliches SMI-Schlusslicht sind die Anteilsscheine vom Aromen- und Duftstoffhersteller Givaudan (-0,3%). Dieser hat im ersten Halbjahr 2023 erwartungsgemäss weniger umgesetzt. Auch die operative Profitabilität fiel trotz erhöhter Preise schwächer aus als noch vor einem Jahr.
Das eigentliche Nachrichtenaufkommen findet aber in den hinteren Reihen statt. So hat Bossard (-1,8%) im ersten Semester 2023 die wirtschaftliche Abkühlung in Europa und Asien wie auch die Frankenstärke zu spüren bekommen. Umsatz und Gewinn waren rückläufig.
Der Spinnereimaschinenhersteller Rieter (-1,6%) hat im ersten Semester deutlich weniger Aufträge an Land gezogen als im Vorjahreszeitraum. Weil sich keine rasche Erholung abzeichnet, kommt es zu einem grösseren Stellenabbau.
Und auch der Industriekonzern Georg Fischer (-0,6%) spürt das anspruchsvolle Umfeld.
Gegen den Trend gewinnen Leonteq (+0,9%) nach endgültigen Zahlen hinzu.
Mit dem Handelsstart dürften nach Zahlen noch Aktien wie Medmix, Arbonia, Zehnder, Cembra oder auch Mikron einen Blick wert sein.
hr/gab