Kritiker weisen darauf hin, dass damit nicht die Hauptursache der Inflation bekämpft würde - denn ein Ende der Energiekrise sei erst bei einer dauerhaften Lösung der verzwickten Situation in der Strasse von Hormus absehbar. Und eine solche Lösung zeichnet sich weiterhin nicht ab, im Gegenteil. Nach einigen beschussfreien Nächten haben sich die USA und der Iran erneut einen militärischen Schlagabtausch geliefert. Als Antwort auf Irans «versuchten Überraschungsangriff» gegen die US-Truppen im Nahen Osten vom Mittwoch bombardierte das US-Militär in der Nacht wieder Ziele in der Islamischen Republik.
Ölpreis im Bereich von 90 Dollar
Wie seit einer Weile üblich, reagieren die Märkte allerdings relativ zurückhaltend auf die neuen Aggressivitäten zwischen den USA und Iran. Der Preis für ein Fass Öl der Sorte Brent notiert derzeit bei knapp 90 Dollar. Er lieg damit zwar klar über dem Zwischentief vom Dienstag bei unter 84 US-Dollar, aber noch deutlicher entfernt vom Hoch der Vorwoche bei knapp 102 Dollar.
Unterschiedliche Börsensignale kommen derweil von den Tech-Schwergewichten Microsoft und Meta. Während die Investoren die Quartalszahlen von Microsoft nachbörslich mit steigenden Kursen quittierten, ging es für Meta klar nach unten.
Der SMI notiert im vorbörslichen Handel der Bank Julius Bär gegen 08.25 Uhr 0,59 Prozent tiefer bei 14'400 Punkten. Der Mid-Cap-Index SMIM steht mit einem Minus von 0,02 Prozent lediglich knapp im Minus.
Bei den Einzeltiteln geben Logitech (-2,8 Prozent) am deutlichsten nach. Allerdings hatten die Aktien am Vortag nach Quartalszahlen massiv tiefer eröffnet, diese Verluste im Tagesverlauf aber wieder komplett aufgeholt.
UBS (-1,3 Prozent) büssen derzeit eine Spur mehr ein, als sie am Vortag nach dem Semesterergebnis zugelegt hatten. Sika (+0,6 Prozent) hingegen knüpfen an die Vortagesgewinne im Nachgang der Quartalszahlen an.
Nach Zahlen stehen verschiedene Werte aus dem breiten Markt etwas im Fokus. Inficon (+7,7 Prozent) legen vorbörslich kräftig zu, wogegen Bucher Industries (-4,3 Prozent) klar nach unten tendieren. Clariant (+11 Prozent) sind gesucht, weil das Amsterdamer Landgericht eine Schadensersatzklage von Shell zurückgewiesen hat.
cf/uh
(AWP)
