Der Preis für ein Fass der weltweiten Referenzsorte Brent fiel zur Berichtszeit um 6 Prozent auf knapp 91 US-Dollar, phasenweise war er gar unter 90 US-Dollar gerutscht. Und auch der Dollar, der als Krisenwährung zuletzt ziemlich zugelegt hatte, litt unter Gewinnmitnahmen. Ob es nun zu einer nachhaltigen Erholung der Märkte komme, hänge jedoch massgeblich davon ab, wie lange die Waffenruhe dieses Mal dauere und ob tatsächlich Fortschritte in den Gesprächen zu erkennen seien, meinte ein Marktanalyst.
Der Leitindex SMI notiert kurz vor 11 Uhr um 0,49 Prozent höher bei 14'398,03 Punkten, wobei er im frühen Handel ein neues Jahreshoch bei 14'466 Zählern erzielte. Nachdem zu Handelsbeginn kurzfristig alle 20 Titel im grünen Bereich notiert hatten, ist die Gewinnerzahl mittlerweile auf 14 geschrumpft. Der Mid-Cap-Index SMIM der mittelgrossen Werte avanciert derweil um 0,45 Prozent auf 3093,42 Punkte und der SPI um 0,50 Prozent auf 20'169,96 Zähler.
Wichtige bzw. kursbewegende Unternehmensnews gibt es am Montag kaum. Ab dem Dienstag geht dann die Berichtssaison im grossen Stil weiter. Insgesamt stehen im Laufe der Woche fast 30 Unternehmen auf der Agenda. Mit Sika (+2,0 Prozent), Logitech (+1,0 Prozent), UBS (+1,4 Prozent) und Holcim (+0,4 Prozent) werden auch wieder vier SMI-Konzerne über das vergangene Quartal berichten.
Am meisten dürften wohl die Zahlen der Grossbank interessieren. Händlern zufolge erhielten die UBS-Aktien im Zuge starker Quartalsabschlüsse bei den grossen US-Banken bereits Vorschusslorbeeren, am 15. Juli hatte das Papier denn auch bei 44,44 Fr. ein Mehrjahreshoch markiert. Die Latte sei für die grösste Schweizer Bank entsprechend hoch angesetzt, heisst es im Handel.
Unter den grössten Gewinnern sind aktuell neben Sika und UBS mit Richemont (+1,6 Prozent) und Amrize (+1,5 Prozent) weitere zyklische Werte.
Nestlé erneut schwächer
Am meisten Druck auf den Index geht derweil erneut von Nestlé (-1,2 Prozent) aus. Das Papier hatte am Donnerstag nach Quartalszahlen bekanntlich 8 Prozent bzw. 18 Milliarden Franken an Börsenwert eingebüsst. Am Freitag gab es dann zwar eine gewisse Erholung, auf Wochensicht blieb aber ein Minus von 5,7 Prozent. Was genau den scharfen Kursrutsch ausgelöst hatte, darüber lässt sich streiten. Laut Händlern dürfte es wohl am ehesten der leicht pessimistischere Ausblick gewesen sein. Insgesamt sei aber wohl vielen Marktteilnehmern einfach klar geworden, dass die Erholung bei Nestlé keine schnelle Sache werde.
Schwächster Wert im SMI neben Nestlé sind Kühne+Nagel (-0,9 Prozent). Die Titel der Transportlogistikers hatten bereits letzte Woche (u.a. nach Zahlen) 2,7 Prozent verloren und sind nun wegen den neuen Friedenshoffnung im Nahen Osten zu Wochenbeginn wenig gefragt.
Knapp im Minus zeigen sich zudem Zurich (-0,1 Prozent). Gemäss Medienberichten hat die Finma beim Versicherer ein Enforcement-Verfahren eingeleitet wegen möglicher Mängel im internen Kontrollsystem. Im Fokus steht laut einem Bericht des «SonntagsBlicks» das Geschäft in der beruflichen Vorsorge rund um die Sammelstiftung Vita. Vor einiger Zeit hatte der CEO Schweiz den Hut nehmen müssen.
Bei den Nicht-SMI Werten sind unter anderem Avolta (+4,2 Prozent) und Flughafen Zurich (+1,6 Prozent) aufgrund der Entwicklung im Nahmen Osten gefragt. Eine klare Erholung gibt es ausserdem bei Temenos (+3,6 Prozent), welche in der Vorwoche nach Zahlen phasenweise ziemlich eingebrochen waren. Gesucht sind auch Idorsia (+7,7 Prozent) nach Firmennews und Interroll (+6,8 Prozent) nach einer Analystenempfehlung.
uh/hr
(AWP)
