Im vergangenen Jahr gingen die Autoverkäufe in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein um 2,4 Prozent auf 233'737 Wagen zurück. Damit liegt der Schweizer Automarkt weiterhin deutlich unter der Marke von 300'000 Personenwagen, die einst für ein «normales Autojahr» galt. Seit der Pandemie wurde dieses Ziel allerdings nicht mehr erreicht.

«Der Schweizer Automarkt bleibt schwach. Wir erwarten für die Gesamtbranche im 2026 Verkäufe von 240'000 Neuwagen», sagte der Chef des grössten Autoimporteurs am Freitag vor den Medien in Zürich. «Das wird das siebte schlechte Jahr in Folge sein. Damit altert der Fahrzeugpark weiter.»

Weniger Neuwagen - mehr Gebrauchte

Der Neuwagenmarkt sei nicht mehr auf dem gleichen Niveau wie vor Corona, sagte Ruhl am Rande im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. «Die Kunden kaufen weniger Neuwagen und mehr Occasionen. Und sie fahren die Autos länger», sagte Ruhl. Das Durchschnittsalter der Autos sei von 9,0 Jahren vor Corona auf 10,6 Jahre gestiegen.

Insgesamt sei der ganze Fuhrpark in der Schweiz von 4,7 Millionen Autos vor der Pandemie lediglich auf 4,8 Millionen im vergangenen Jahr gewachsen. Und dies trotz eines Bevölkerungswachstums von mehreren 10'000 Menschen pro Jahr.

Die meisten Einwanderer würden in die städtischen Agglomerationen ziehen. «In Zürich oder Basel gibt es auf 1000 Einwohner 300 bis 350 Autos. In der Zentralschweiz gibt es über 600», sagte Ruhl. Die Zuwanderung finde vor allem in den Metropolen statt, wo die die Fahrzeugdichte geringer sei. «Deshalb wirkt sich die Zuwanderung nicht so gross auf de Neuwagenabsatz aus», sagte der Amag-Chef.

Somit dürfte das einstige Ziel von 300'000 Neuwagen pro Jahr noch lange ausser Reichweite bleiben: «300'000 Neuzulassungen sehen wir in diesem Jahrzehnt nicht mehr», sagte Ruhl.

Amag gibt Gas

Die Amag selber hat 2025 nach dem Bremser im Vorjahr wieder Gas gegeben. Der Autoimporteur konnte mehr Autos verkaufen und erreichte beim Umsatz wieder die Marke von 5,0 Milliarden Franken. Im 2024 war der Umsatz auf 4,9 Milliarden Franken zurückgegangen.

Insgesamt hat die Amag Gruppe im vergangenen Jahr 75'026 Autos abgesetzt. Das ist ein Plus von 2,9 Prozent oder gut 2000 Wagen mehr als vor einem Jahr. Der Marktanteil kletterte auf 32,1 Prozent, nachdem er im Vorjahr auf 30,4 Prozent gesunken war. Damit hat die Amag den zweitbesten Wert der Unternehmensgeschichte erreicht.

So hat sich der Importeur der Marken VW, Audi, Skoda und Seat/Cupra deutlich besser geschlagen als der Gesamtmarkt.

Elektroautos mit Rückenwind

Wieder aufwärts ging es bei den Stromern, die im vergangenen Jahr gelitten hatten. Hier gelang der Amag ein Plus von einem Drittel auf 16'508 Fahrzeuge. Damit ist die Amag auch bei den E-Autos schneller unterwegs als der Gesamtmarkt: In der Schweiz und in Liechtenstein kletterten die Verkäufe von reinen Batterieautos lediglich um 15,4 Prozent, während die Hybridautos mit Steckern um 25,9 Prozent stiegen.

Zum Vergleich: E-Auto-Pionier Tesla erlitt einen Absatzeinbruch von knapp 28 Prozent und konnte nur noch 6448 Autos verkaufen.

Amag will weiter wachsen

Für das laufende Jahr rechnet Ruhl mit einem weiteren Aufschwung der Amag: «Wir sind mit allen Marken auf Wachstumskurs. Ein Plus von 2000 Autos sollte möglich sein», sagte der Konzernchef. Damit würde die Amag ein Drittel des Wachstums des Schweizer Neuwagenmarktes im 2026 ausmachen.

jb/cf

(AWP)