Über die geplante Arbeitsniederlegung informierte die Gewerkschaft VPOD. Der Streik soll zwischen 04.00 und 10.00 Uhr stattfinden, wie VPOD-Sekretär Jamshid Pouranpir gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Über den weiteren Verlauf des Streiks werden die Personalversammlungen entscheiden.

Am Freitag dürfte es deswegen im Genfer Luftverkehr zu erheblichen Verzögerungen kommen. Dieser Streik am ersten Ferientag sei bedauerlich, hiess es bei Genève Aéroport auf Anfrage. Der Flughafen werde alles tun, um die Auswirkungen des Streiks zu begrenzen. Er erwartet rund 54'000 Passagiere für insgesamt 394 Flüge an diesem Tag.

Rund 250 Angestellte und Gewerkschafter hatten sich bereits am Donnerstagmorgen vor dem Entscheid der Unternehmensleitung vor dem Genfer Flughafen versammelt, um gegen das neue Lohnmodell zu protestieren. Von den geplanten Änderungen sind gemäss Gewerkschaftsangaben insgesamt rund 1000 Angestellte betroffen, hauptsächlich solche die im Sicherheitsbereich wie etwa bei der Passkontrolle tätig sind.

Keine automatische Erhöhung

Das neue Lohnmodell soll Anfang 2024 in Kraft treten. Mit der Anpassung sei es möglich, den Fortbestand des Flughafens als autonome öffentliche Einrichtung zu sichern, argumentiert der Verwaltungsrat. Es gehe vor allem darum, die Gehälter im Verhältnis zur erwarteten Entwicklung der Einnahmen anzupassen. Der Verwaltungsrat geht davon aus, dass die Einnahmen in Zukunft wesentlich bescheidener steigen werden.

Das neue Lohnmodell verzichtet auf automatische Erhöhungen. Der Flughafen versichert jedoch, dass es keine Lohnkürzungen geben wird. Der VPOD kritisiert, dass das neue Modell willkürlich und leistungsorientiert sei. Die Gewerkschaft erinnert daran, dass der Flughafen im vergangenen Jahr einen Gewinn von über 60 Millionen Franken verzeichnet habe und für dieses Jahr einen Gewinn von 100 Millionen Franken erwartete.

Es handelt sich um die erste Arbeitsniederlegung des Personals des Flughafens in Genf seit seiner Gründung im Jahr 1919. Es gab jedoch bereits andere Streiks, die andere am Flughafen tätige Unternehmen betrafen.