Armenien wirft Aserbaidschan vor, eine ethnische Säuberung in Berg-Karabach zu planen. Das Gebiet gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan, wird aber mehrheitlich von Armeniern bewohnt. Der armenische Aussenminister Mirsojan zog in seiner Rede bei der Uno-Generaldebatte eine Parallele zum Völkermord in Ruanda im Jahr 1994.
Die Vereinten Nationen hätten in dessen Folge Präventionsmechanismen geschaffen, um ein ähnliches Verbrechen zu verhindern. Heute stehe die Welt in Berg-Karabach «am Rande eines weiteren Fehlschlags», sagte Mirsojan.
Aserbaidschan will «Rechte christlicher Armenier» achten
Der aserbaidschanische Aussenminister Bajramow sagte in seiner Rede bei der Generaldebatte, das mehrheitlich muslimische Aserbaidschan werde die Rechte der christlichen Armenier achten. Sein Land sei «entschlossen, die armenischen Einwohner der Region Karabach in Aserbaidschan wieder als gleichberechtigte Bürger zu integrieren». Baku sehe eine «historische Gelegenheit» für Aserbaidschan und Armenien, «gute nachbarschaftliche Beziehungen» zu schaffen.
Der russische Aussenminister Sergej Lawrow warf Armenien unterdessen mit Blick auf den Berg-Karabach-Konflikt gegenüber Reportern vor, «hin und wieder Öl ins Feuer zu giessen». Mit Blick auf einen hochrangigen armenischen Politiker, der dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vorgeworfen hatte, Berg-Karabach an Aserbaidschan übergeben zu haben, sagte Lawrow, dieser Vorwurf sei «lächerlich». Mit der kurz vor dem Ende der Sowjetunion unterzeichneten Erklärung von Alma-Ata im Jahr 1991 sei Berg-Karabach «schlicht und ergreifend» Teil Aserbaidschans geworden, sagte Lawrow.
(AWP)
1 Kommentar
Aserbaidschan macht schon einige Zeit kein Geheimnis daraus, dass sie sich auch Teile Armeniens einverleiben möchte. Hier wird ganz offen von "Ostaserbaidschan" gesprochen. Dies sind alles Bausteine in R. Erdogans Vision eines Grosstürkischen Reichs.
Wie zielführend sind also Gespräche zwischen Armenien und Aserbaidschan, wenn die Ergebnisse eigentlich schon feststehen.