In den vergangenen Monaten ist es erneut zu Spannungen zwischen der äthiopischen Zentralregierung und der wichtigsten politischen Partei Tigrays, der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF), gekommen. Die beiden Seiten kämpften während eines blutigen Bürgerkriegs von 2020 bis 2022 gegeneinander, der Ende 2022 mit einem Waffenstillstand endete. In dem Konflikt kam es zu zahlreichen Menschenrechtsverbrechen. Nun schüren die Spannungen Sorgen vor einem neuen bewaffneten Konflikt am Horn von Afrika.

Bewohner in Städten und Gemeinden berichteten laut Human Rights Watch, dass Beamte und Streitkräfte in Tigray ehemalige Kämpfer, andere Männer und Jungen auf der Strasse, in Büros und bei nächtlichen Hausdurchsuchungen entführten. Es seien auch Razzien und Entführungen aus Goldminen, einer wichtigen Einnahmequelle für junge Männer und Jungen in der Region, gemeldet worden. Von den lokalen Behörden gab es zunächst keine Stellungnahme zu den Vorwürfen./czy/DP/mis

(AWP)