Ohne Berücksichtigung von Grossaufträgen war der Auftragseingang demnach um 0,7 Prozent höher als im Vormonat. Von der Finanznachrichtenagentur Bloomberg befragte Experten hatten nach einem starken Oktober-Wert mit einem Rückgang gerechnet. Der Anstieg im Oktober wurde zudem leicht auf 1,6 Prozent nach oben revidiert.

Eine überdurchschnittliche Häufung von Grossaufträgen aus dem Inland sorgte den Angaben zufolge auch im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich für eine Zunahme von 4,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch ohne Grossaufträge legten die Auftragseingänge im Dreimonatsvergleich um 2,1 Prozent zu.

Ökonomen sehen mögliche Trendwende

Ökonomen sprachen von positiven Signalen. «Endlich mal eine Zahl von der deutschen Konjunktur, an der es nichts zu meckern gibt», sagte Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Er sprach von einem echten Zeichen für eine mögliche Trendwende. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, nannte die Zahlen eine Konjunkturüberraschung. Die Auftragseingänge werden nach seinen Worten in den kommenden Monaten vor allem auch von Rüstungsaufträgen geprägt bleiben.

Ähnlich äusserte sich der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien. Rüstungsbestellungen dürften zu weiter steigenden Auftragseingängen führen. Das Auftragsplus sei ein weiteres Indiz, dass die steigenden Staatsausgaben im neuen Jahr die Wirtschaft ankurbeln werden.

Starke Nachfrage aus dem Inland

«Diese Stütze ist für die Industrie hochwillkommen», betonte Dullien. 2026 dürfte deutlich besser für die deutsche Industrie werden als das abgelaufene Jahr. Neben steigenden Staatsausgaben für Rüstung dürfte auch der Anstieg bei Infrastrukturinvestitionen der Industrie mehr Aufträge bescheren.

Der stärkste Nachfrageimpuls stammte dem Statistischen Bundesamt zufolge erneut aus dem Inland mit einem Orderplus von 6,5 Prozent. Die Nachfrage aus dem Ausland zog ebenfalls an, und zwar um 4,9 Prozent.

Deutliche Auftragszuwächse gab es etwa für Hersteller von Metallerzeugnissen mit 25,3 Prozent und im sogenannten Sonstigen Fahrzeugbau (Flugzeuge, Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge) mit einem Plus von 12,3 Prozent./zb/mis/DP/jkr

(AWP)