Der Energie- und Automationstechnikkonzern publiziert am Donnerstag, 29. Januar, die Zahlen zum Schlussquartal 2025. Zum AWP-Konsens haben insgesamt fünf Analysten beigetragen.

Q4 2025
(in Mio USD)         AWP-Konsens  Q4 2024*  

Auftragseingang         8'472      7'593
Umsatz                  8'663      7'996
Operativer EBITA        1'562      1'330
- Marge ( Prozent)              18,0       16,6
Reingewinn              1'109        987

(in Fr.)
Dividende je Aktie       0,91       0,90

* bereinigt um Robotikgeschäft

Was steht im Fokus?

ABB wird erstmals Zahlen in der neuen Konzernaufstellung vorlegen - also ohne die verkaufte Robotics-Sparte. ABB besteht nun aus den Sparten Electrification, Motion und Automation. Tendenziell gehen die Experten davon aus, dass ABB auch im vierten Quartal Rückenwind vom Rechenzentren-Boom und einer gestiegenen Nachfrage der Versorger hatte, während das Geschäft im chinesischen Wohnimmobilienmarkt erneut geschwächelt haben dürfte.

Wie äussert sich das beim Umsatz und beim Bestellungseingang?

Für das vierte Quartal versprach ABB ein Wachstum des vergleichbaren Umsatzes im mittleren einstelligen Prozentbereich. Die meisten Analysten gehen davon aus, dass das Unternehmen tiefgestapelt hat und prognostieren höhere Wachstumsraten. Vontobel-Analyst Mark Diethelm etwa sagt ein Wachstum (auf vergleichbarer Basis) von gut 8 Prozent voraus und befindet sich damit in guter Gesellschaft. Auch beim Bestellungseingang wird deutliches Wachstum erwartet.

Was ist bei der Profitabilität zu erwarten?

Die operative EBITA-Marge ist bei ABB im Schlussquartal aus saisonalen Gründen stets tiefer. Das dürfte 2025 nicht anders gewesen sein. Das Management stellte für das Q4 eine gegenüber dem dritten Quartal um rund 150 Basispunkte tiefere Marge in Aussicht. Damals wurde ein Wert von 19,2 Prozent erreicht. Die Analysten erwarten nun durchschnittlich 18 Prozent. Für das Gesamtjahr sagte das Management nach dem dritten Quartal eine operative Marge «weitgehend am oberen Ende des langfristigen Zielkorridors von 16-19 Prozent» voraus

Was ist beim Ausblick zu erwarten?

ABB dürfte ein Ziel für das erste Quartal und für das Gesamtjahr 2026 nennen. Das Überraschungspotenzial hält sich allerdings in Grenzen, nachdem ABB im letzten November neue Mittelfristziele präsentiert hat. Für den Gesamtkonzern wurde das Ziel für die operative Marge (EBITA) auf 18 bis 22 Prozent angehoben, von zuvor 16 bis 19 Prozent. Unverändert blieb die Zielsetzung für den Umsatz: ABB will organisch um 5 bis 7 Prozent wachsen, zudem sollen weiterhin Zukäufe das Umsatzwachstum um 1 bis 2 Prozent ergänzen. Beide Zielwerte gelten im Durchschnitt über den Konjunkturzyklus. Ergänzende Akquisitionen sollen nun fester Bestandteil der Performance-Kultur von ABB werden.

Womit könnte ABB überraschen?

Möglich ist, dass ABB ein nächstes Aktienrückkaufprogramm ankündigt. Nicht ausgeschlossen ist ausserdem, dass es auf dem Posten des Verwaltungsratspräsidenten zu einem Wechsel kommt. Amtsinhaber Peter Voser feiert im laufenden Jahr seinen 68. Geburtstag und übt die Funktion seit 2015 aus.

Wie entwickelte sich der Aktienkurs?

Die ABB-Aktien entwickelten sich 2025 mit einem Plus von gut einem Fünftel überdurchschnittlich. Auch der Start ins neue Jahr ist geglückt, die Papiere notierten am 15. Januar ein neues Allzeithoch bei 61,84 Franken.

lh/ab/rw/cf

(AWP)