Das Unternehmen publiziert die Umsatzzahlen zum ersten Quartal 2026 am Dienstag, 14. April. Zum AWP-Konsens haben insgesamt fünf Analysten beigetragen.
Q1 2026 (in Mio Fr.) AWP-Konsens Q1 2025 Umsatz 1'871 1'977 - Riechstoffe 994 1'009 - Aromen 890 968 (in Prozent) Org. Wachstum 1,7 7,4
Welche Zahlen erwarten die Analysten für das erste Quartal?
Die Analysten rechnen für das erste Quartal 2026 mit einem verhaltenen organischen Umsatzwachstum von rund 1,5 bis 2,0 Prozent. Damit liegt das Wachstum klar unter dem mittelfristigen Ziel von Givaudan, das für 2026 bis 2030 ein jährliches Plus von 4 bis 6 Prozent anstrebt.
Belastend wirkten vor allem starke negative Wechselkurseffekte (geschätzt rund -7 Prozent), die den ausgewiesenen Umsatz klar unter den Vorjahreswert gedrückt haben dürften. Zudem gehen die Auguren nur von leicht steigenden Volumen (rund +1 Prozent) aus, während Preiserhöhungen kaum noch beitragen.
Deutlich unterschiedlich entwickeln sich die Sparten: Während bei den Duftstoffen noch ein organisches Wachstum im Bereich von 3 bis 4 Prozent erwartet wird, gehen die Analysten beim Geschäft mit Aromen von Stagnation oder einem leichten Rückgang aus.
Grund für die Schwäche im Aromageschäft ist laut Analysten vor allem eine verhaltene Nachfrage im Nahrungsmittelbereich mit zurückhaltenden Kunden und einer schwachen Lancierung neuer Produkte. Im Duftstoffgeschäft stützt derweil die weiterhin robuste Nachfrage nach Parfüms und Konsumgütern.
Welchen Einfluss hat der Iran-Krieg auf das Geschäft?
Der Konflikt im Nahen Osten sorgt kurzfristig für zusätzlichen Gegenwind. Besonders im Fokus steht das Duftgeschäft, da die Region ein wichtiger Absatzmarkt ist. Der Nahe Osten macht einen hohen einstelligen Anteil am Konzernumsatz aus, ist aber vor allem im Parfümgeschäft überproportional wichtig und war zuletzt ein zentraler Wachstumstreiber.
Die bisherigen Einschätzungen deuten darauf hin, dass die Auswirkungen bislang vor allem operativer Natur sind. So erschweren etwa unterbrochene Flugverbindungen und logistische Probleme den Warenfluss. Ein klarer Nachfrageeinbruch ist hingegen bisher nicht zu erkennen. Die Kundennachfrage scheint sich bislang relativ stabil zu halten.
Für die weitere Entwicklung gilt: Kurzfristig bleibt der Konflikt ein Unsicherheitsfaktor. Langfristig sehen die meisten Experten bislang keine strukturellen Schäden, solange sich die Lage nicht weiter zuspitzt.
Wann kommt die Erholung?
Ein schneller Aufschwung ist laut Analysten dennoch nicht zu erwarten. Vielmehr dürfte das Geschäft im ersten Halbjahr 2026 verhalten bleiben, auch wegen der hohen Vergleichsbasis aus dem Vorjahr. Eine spürbare Verbesserung wird erst im zweiten Halbjahr erwartet. Entscheidend dafür ist vor allem, ob sich das schwächelnde Aromageschäft wieder erholt.
Viele Experten betonen: Die Nachfrage ist grundsätzlich vorhanden, aber Projekte werden derzeit langsamer umgesetzt. Entsprechend hängt die Erholung stark davon ab, ob sich diese Dynamik wieder normalisiert.
Ist die Aktie zu tief bewertet?
Die Aktie von Givaudan hat in den vergangenen Monaten stark an Wert verloren. Im laufenden Jahr verlor die Aktie rund 11 Prozent und notiert aktuell bei 2789 Franken. Noch Ende September 2024 lag der Kurs bei über 4600 Franken und damit rund 40 Prozent höher.
Laut Analysten zeigen die Bewertungskennzahlen derzeit ein historisch niedriges Niveau, etwa gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis. Viele Experten sehen darin eine Chance für langfristig orientierte Anleger, da das Unternehmen strukturell weiterhin gut positioniert sei.
Allerdings gilt auch: Eine nachhaltige Kurserholung dürfte erst einsetzen, wenn sich das Wachstum - insbesondere im Aromageschäft - wieder sichtbar verbessert. Bis dahin bleibt die Aktie laut Analysten anfällig für kurzfristige Enttäuschungen.
Welche Signale erwarten Analysten vom neuen CEO?
Erstmals werden die Quartalszahlen vom neuen CEO Christian Stammkoetter präsentiert. Analysten dürften daher besonders auf Hinweise zur strategischen Ausrichtung sowie zum weiteren Verlauf im schwächelnden Aromageschäft achten.
Zudem gilt das Augenmerk möglichen Aussagen zur mittelfristigen Wachstumsdynamik - nicht zuletzt, da einige Experten eine Neubewertung der Aktie erst bei klareren Signalen der neuen Führung erwarten.
Website: www.givaudan.com
jl/ab
(AWP)
