Das Transport- und Logistikunternehmen publiziert am Dienstag, 3. März, die Ergebnisse zum Geschäftsjahr 2025. Insgesamt haben neun Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.

2025
(in Mio Fr.)           AWP-Konsens   2024   

Nettoumsatz              24'662    24'802
Rohertrag                 8'660     8'670
EBIT adj.                 1'336     1'654
EBIT*                     1'279     1'654
Reingewinn                  944     1'230

(in Prozent)
Konversionsrate adj.       15,4      19,1
Konversionsrate*           14,8      19,1

(in Fr.)
Dividende je Aktie         6,34      8,25

* inkl. Einmaleffekte

Was steht im Fokus?

Nach einem guten ersten Halbjahr begann das Geschäft des Logistikkonzern im zweiten Halbjahr zu schwächeln. Die Politik von US-Präsident Donald Trump und eine Konsumflaute in einigen Teilen der Welt verursachten einen Margenzerfall. Auf den Weltmeeren wurden wegen der Zölle weniger Waren verschifft, was zu Überkapazitäten führte und in der Folge zu einem Preiszerfall. Der Bereich Seefracht, der mit Abstand grösste im Konzernverbund, schrieb im dritten Quartal daher nicht einmal mehr die Hälfte des Vorjahresgewinns. Auch beim zweitwichtigsten Bereich, der Luftfracht, kamen die Margen unter Druck. Nun interessiert, wie es im Schlussquartal weiterging und wie die Zukunft aussieht.

Wie reagierte das Management?

Das Unternehmen spart. Weltweit werden 1000 bis 1500 der insgesamt 85'000 Stellen gestrichen. Damit will der Konzern die Kostenbasis um mindestens 110 Millionen Franken verringern. Weitere Massnahmen sollen nochmals mindestens 90 Millionen an Ersparnissen bringen, so dass sich diese total auf über 200 Millionen summieren. Der Jobabbau verursacht zunächst aber auch Kosten. Diese sind im Jahresziel (siehe unten) explizit nicht enthalten, wie CFO Markus Blanka-Graff im Oktober betonte.

Welches sind die Ziele?

Kühne+Nagel senkte im Oktober das Jahresziel deutlich: Der Konzern peilt seither nur noch einen EBIT von über 1,3 Milliarden Franken an. Davor war ein Wert zwischen 1,45 und 1,65 Milliarden angestrebt worden. Das Unternehmen wird neben diesem EBIT auch einen EBIT inklusive der Kosten für das Sparprogramm publizieren. Der CFO gab im Oktober einen relativ genauen Hinweis darauf, wie sich dieser entwickeln könnte. Die Kosten für das Sparprogramm beliefen sich auf insgesamt 40 bis 60 Millionen und würden sich voraussichtlich gleichmässig auf das vierte Quartal 2025 und das erste Quartal 2026 verteilen.

Was ist sonst noch ein Thema?

Auch in der Logistikwelt geistert das KI-Gespenst herum. Konkret: Es wird befürchtet, dass die künstliche Intelligenz das bisherige Geschäftsmodell von Firmen wie Kühne+Nagel bedrohen könnte. Dies sorgte Mitte Februar für Panik bei den Invostoren, und der Kühne+Nagel-Kurs rauschte an nur einem Tag mehr als 10 Prozent in die Tiefe. Das Unternehmen nimmt das Thema auf, wie die Einladung zum Jahres-Investorencall zeigt. In der Einladung zu diesem ist nebst dem CEO und dem CFO auch Alireza Nemati, der Innovations- und KI-Verantwortliche des Konzerns, als Redner aufgeführt.

Wie entwickelte sich der Aktienkurs?

Die Kühne+Nagel-Aktie verlor 2025 gut 17 Prozent an Wert und zählte damit zu den grössten Verlierern bei den Blue Chips. Im laufenden Jahr ist die Bilanz leicht positiv. Allerdings ist der Kursverlauf alles andere als stetig. Nach einem Hoch bei knapp 192 Franken im Januar stürzte der Kurs zeitweise auf 163 Franken ab. Aktuell notiert er bei rund 176 Franken.

Website: www.kuehne-nagel.com

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(AWP)