Der Premiumschokoladen-Hersteller präsentiert am Dienstag, 10. März, die Gewinnzahlen des Gesamtjahres 2025. Insgesamt haben zehn Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.

2025
(in Mio Fr.)      AWP-Konsens   2024  

EBIT                   969      884
- Marge (in Prozent)        16,4     16,2
Reingewinn             721      672

(in Fr.)
Dividende je NA      1'599    1'500

Was ist schon bekannt?

Lindt & Sprüngli legte Mitte Januar die Umsatzzahlen zum Geschäftsjahr 2025 vor. Organisch lag das Wachstum mit 12,4 Prozent über den Erwartungen der Analysten. Das Plus ging allerdings vollständig auf Preiserhöhungen im Umfang von rund 19 Prozent zurück. Lindt gab damit die hohen Kakaopreise an die Kunden weiter. Das Verkaufsvolumen - inklusive Mixeffekten - sank um 6,6 Prozent. Letztlich stieg der Umsatz des Schokoladenherstellers um 8,2 Prozent auf 5,92 Milliarden Franken. Zum Ausblick bestätigte der Konzern seine mittel- bis langfristigen Ziele: ein organisches Umsatzwachstum von 6 bis 8 Prozent sowie eine jährliche Verbesserung der EBIT-Marge um 20 bis 40 Basispunkte.

Was wird erwartet?

Die Analysten rechnen für 2025 mit einem weiteren Anstieg von Gewinn und Profitabilität. Lindt dürfte die stark gestiegenen Rohstoffkosten weitgehend durch die Preiserhöhungen kompensiert haben - dank der starken Preissetzungsmacht der Premium-Marke. Die verbesserte Ebit-Marge dürfte am unteren Ende der vom Unternehmen in Aussicht gestellten Bandbreite von +20 bis +40 Basispunkten liegen (2024: 16,2). Beim Reingewinn wird ebenfalls ein deutliches Plus erwartet, gestützt durch das preisgetriebene Umsatzwachstum. Auch bei der Dividende rechnen die Analysten mit einer Erhöhung. Lindt verfolgt traditionell eine progressive Ausschüttungspolitik.

Was wird 2026 interessant?

Für 2026 stellt Lindt ein organisches Umsatzwachstum von 6 bis 8 Prozent sowie eine weitere Margenverbesserung in Aussicht. Analysten zeigen sich jedoch vorsichtiger und sehen Risiken. JP Morgan erwartet weniger Wachstum, das erneut vor allem von weiteren Preiserhöhungen getragen werden dürfte. Lindt-CEO Adalbert Lechner sagte Mitte Januar zu AWP, dass 2026 weitere Preisanpassungen erforderlich sein würden, diese aber deutlich niedriger ausfallen werden als 2025. Berenberg verweist auf stärkere Promotionen von Wettbewerbern und eine zunehmende Preismüdigkeit im Handel. Zudem könnte das Schokoladegeschäft durch die wachsende Verbreitung von GLP-1-Medikamenten zur Gewichtsreduktion unter Druck geraten. Gleichzeitig dürfte aber die Entspannung bei den Kakaopreisen mittelfristig die Margen stützen. Dies würde Spielraum für Preissenkungen, Promotionen und höhere Marketingausgaben schaffen, um das Volumenwachstum wieder zu beleben.

Wie entwickelte sich der Aktienkurs?

Die an sich soliden Umsatzzahlen von Mitte Januar gaben den Titeln von Lindt & Sprüngli zunächst keinen Auftrieb - im Gegenteil: Sie fielen gegen Monatsende auf ein Mehrmonatstief. Erst danach setzte eine Erholung ein, zeitgleich mit einer neuen Studie der UBS. Diese sieht wegen gesunkener Kakaopreise ab 2027 mögliche Kostenvorteile von bis zu 500 Millionen Franken. Seit Jahresbeginn haben die Partizipationsscheine damit rund 6 Prozent zugelegt, während der Gesamtmarkt (SPI) etwa 2 Prozent gewann. Im vergangenen Jahr stiegen die Titel um rund 16 Prozent.

Website: www.lindt.ch

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(AWP)