Der Schokoladefabrikant präsentiert am Dienstag, 21. Juli, die Ergebnisse zum ersten Halbjahr 2026. Insgesamt acht Analysten haben zum AWP-Konsens beigetragen.
H1 2026 (in Mio Fr.) AWP-Konsens H1 2025 Umsatz 2'348 2'353 - Org. Wachstum (in Prozent) 4,5 11,2 EBIT 231 259 - Marge (in Prozent) 9,9 11,0 Reingewinn 161 189
Europa bremst - retten die USA das Wachstum?
In Europa belasteten laut mehreren Einschätzungen ein schwächerer Osterverkauf, intensive Rabattaktionen des Handels sowie die Hitzewelle im Juni das Geschäft. Vor allem die deutschsprachigen Märkte gelten als schwierig. Deutlich robuster dürfte sich dagegen Nordamerika entwickelt haben. Dort profitierte Lindt von einer weiterhin starken Nachfrage nach Premiumschokolade, einer geringeren Preissensibilität der Konsumenten und Produkten wie der «Dubai Style»-Schokolade. Die USA dürften klar besser abschneiden als Europa.
Reichen die höheren Preise noch für Wachstum?
Mit Blick auf das organische Umsatzwachstum gehen die Experten mehrheitlich von einem Plus im mittleren einstelligen Prozentbereich aus, nach 11 Prozent vor einem Jahr. Das Wachstum dürfte fast vollständig aus höheren Verkaufspreisen stammen. Die Mengen blieben nach Einschätzung der Analysten dagegen rückläufig, weil Konsumenten die kräftigen Preiserhöhungen der vergangenen Jahre erst allmählich akzeptieren und der europäische Markt weiterhin von hoher Promotionsaktivität geprägt ist.
Beim operativen Gewinn (EBIT) wird ein leichter Rückgang der Marge erwartet. Grund ist, dass Lindt im ersten Halbjahr noch überwiegend teurere Kakaobestände verarbeitet haben dürfte. Die Entlastung durch inzwischen deutlich tiefere Rohstoffkosten sollte sich erst in der zweiten Jahreshälfte und vor allem 2027 bemerkbar machen.
Hält Lindt an den Jahreszielen fest?
Entscheidend dürfte sein, ob Lindt die Jahresziele bestätigt. Der Konzern peilt weiterhin ein organisches Umsatzwachstum von 4 bis 6 Prozent sowie eine Verbesserung der EBIT-Marge an. Das Management dürfte wohl diesen Ausblick trotz des schwierigen ersten Halbjahres bekräftigen.
Welche Rolle spielen die Kakaopreise?
Zwar sind die Kakaobohnen-Preise seit ihren Rekordständen deutlich gefallen, zuletzt zogen sie wegen Sorgen über die kommende Ernte und möglicher El-Niño-Effekte aber wieder an. Für Lindt sehen Analysten kurzfristig dennoch wenig Risiko. Das Unternehmen dürfte einen grossen Teil seines Bedarfs bereits zu günstigeren Preisen abgesichert haben. Dadurch erwarten Experten ab der zweiten Jahreshälfte sinkende Rohstoffkosten und 2027 zusätzlichen Spielraum für Investitionen in Marketing, Innovationen oder Preissenkungen, um die Absatzmengen wieder zu steigern.
Was braucht die Aktie für eine Erholung?
Die weitere Kursentwicklung der seit Früjahr deutlich unter Druck geratenen Aktie dürfte von der Antwort auf die Frage abhängen, wie schnell Lindt nach dem Ende der starken Preiserhöhungen wieder zu nachhaltigem Volumenwachstum zurückkehrt. Die Partizipationsscheine von Lindt sind seit Jahresbeginn um gut 17 Prozent eingeknickt. Der Titel schneidet damit deutlich schlechter ab als der Gesamtmarkt gemessen am SPI (+10 Prozent). In den vergangenen vier Wochen legte er mit +4,4 Prozent allerdings überdurchschnittlich zu (SPI: 3,1 Prozent).
Website: www.lindt.ch
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(AWP)
