H1 2023E
(in Mio Fr.)          AWP-Konsens      H1 2022A

Umsatz                    3133           2982
- Wachstum* (%)            5,9           16,8
Kern-EBITDA                922            987
- Marge (%)               29,4           33,1
Reingewinn                 462            498


* zu konstanten Währungen

FOKUS: Geht es nach den Analysten, verläuft das Geschäftsjahr des Pharmazulieferers Lonza so, wie es dieses vorausgesagt hatte. Denn weil nach dem Ende der Pandemie keine hochmargige Wirkstoffe für Impfstoffe mehr verkauft werden können, stellt sich Lonza vorübergehend auf tiefere Wachstumsraten und Margen ein. Davon dürfte nach Angaben des Unternehmens vor allem die erste Jahreshälfte betroffen sein, bevor neue Produktionskapazitäten das Wachstum im zweiten Semester wieder beschleunigen werden.

Laut den Experten hat auch Lonza unter einer schwächeren Nachfrage nach Dienstleistungen für Entwicklungsprojekte in frühen Phasen gelitten (siehe PRO MEMORIA). Gleiches gelte für die Nachfrage nach Dienstleistungen für Zell- und Gentherapien in der frühen Entwicklung: Sie litt unter den Finanzierungsproblemen der Kunden. Denn mit den steigenden Zinsen wurde die Finanzierung neuer Projekte für Biotech-Firmen immer schwieriger.

ZIELE: Mitte Mai bekräftigte Lonza mit dem "Zwischenupdate" die Prognosen: 2023 werde ein stärkeres zweites Halbjahr das schwächere erste Semester ausgleichen. Daher wurden die Prognosen für das laufende Jahr bestätigt - ein Umsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von 30 bis 31 Prozent. 2022 war Lonza noch um 15 Prozent gewachsen und hatte eine Profitabilität von 32,1 Prozent erreicht.

PRO MEMORIA: Nach einem Unterbruch von vier Jahren berichtete Lonza Mitte Mai erstmals wieder darüber, wie die Geschäfte zu Jahresbeginn gelaufen sind. Und bestätigte die zuvor von Mitbewerbern gemeldeten schwierigen Trends: Mit den steigenden Zinsen wird die Finanzierung neuer Projekte für Biotech-Firmen immer schwieriger. Die Kunden der Pharmazulieferer müssen sich daher einschränken und ihre Projekte fokussieren.

AKTIENKURS: Seit Jahresbeginn haben Lonza-Aktien annähernd 22 Prozent hinzugewonnen. Damit gehören sie zu den stärksten Blue Chips. Der Leitindex SMI hat im selben Zeitraum ein Plus von rund 3 Prozent verzeichnet.

hr/ra/an