Richemont publiziert am Freitag, 22. Mai, das Geschäftsergebnis 2025/26 (per 31. März). Zum AWP-Konsens haben insgesamt zehn Analysten beigetragen.

2025/26
(in Mio EUR)         AWP-Konsens  2024/25  

Umsatz                 22'214     21'399
- Schmuck              16'452     15'328
- Uhren                 3'159      3'283
EBIT                    4'548      4'467
- Marge (in Prozent)           20,5       20,9
Reingewinn              3'604      2'750

(in Prozent)
Org. Wachstum             9,8        4,0

(in Fr.)
Dividende je Aktie       3,36       3,00

Was steht im Fokus?

Während der Schmuckbereich von Richemont nach Einschätzung von Analysten deutlich zugelegt haben dürfte, rechnen die Experten für den Uhrenbereich mit einem Rückgang der Verkäufe. Das zeigte sich bereits bei Wettbewerbern. Konkurrenten berichteten zudem für die Monate Januar bis März 2026 mit einer weiterhin positiven Konsumentenstimmung in den USA. Ein wesentlicher Fokus der Investoren wird auch auf der Entwicklung der Konsumentenstimmung in Europa liegen.

Ein vielbeachtetes Thema in der Luxusgüterindustrie bleibt die US-Zollpolitik. Bei Richemont dürften die US-Zölle im zweiten Halbjahr 2025/26 stärker auf die Margen gedrückt haben. Im ersten Halbjahr konnten die Auswirkungen noch teilweise abgefedert werden mit Verkäufen aus bestehenden Lagerbeständen, wie das Management in Aussicht gestellt hatte.

Was sind die Auswirkungen durch den Iran-Krieg?

Belastend ist der Iran-Krieg: «Nach den zu Jahresbeginn verzeichneten Umsatzsteigerungen und der verbesserten Stimmung in China steht die Luxusbranche aufgrund des rückläufigen Tourismus im Nahen Osten vor einer weiteren Bewährungsprobe», schreibt die Bank Vontobel. Die Schmuckstärke und die solide Finanzlage von Richemont sorge jedoch für eine hohe Widerstandsfähigkeit und für Handlungsspielraum in diesem volatilen Umfeld.

Weitere Unsicherheiten sind die Wechselkurse und der Goldpreis. Bei letzterem bleibe die Weitergabe an die Endkunden für Richemont ein Balanceakt, schreibt die ZKB. Währungsseitig belastet insbesondere der schwache US-Dollar. Belastend für den Konsum seien zudem höhere Benzinpreise, ein anhaltender Inflationsdruck, steigende Flugticketpreise sowie eine insgesamt unsichere Lage in der Reiseindustrie.

Welche Ziele hat das Management ausgegeben?

Die Richemont-Gruppe gibt üblicherweise keinen finanziellen Ausblick ab. Verwaltungsratspräsident Johann Rupert sprach zuletzt Mitte November von einer Belastungsprobe in den vorangegangenen Monaten. Richemont sei mit konjunkturellen Herausforderungen, Währungsschwankungen, steigenden Goldpreisen und der Einführung von US-Zöllen konfrontiert gewesen.

Auch in Zukunft werde das Unternehmen durch unsichere Zeiten navigieren müssen, hielt der Präsident damals weiter fest. «In China zum Beispiel ist die Erholung nach wie vor unbeständig und der externe Druck auf das Geschäft scheint nicht nachzulassen.»

Was macht die Aktie?

Richemont notieren an der Schweizer Börse bei 156,05 Franken die Aktie (Stand: Dienstag 10.30 Uhr). Im Jahreshoch Mitte Januar kosteten sie noch 180,00 Franken und fielen bis zum 23. März auf 127,20 Franken. Ein Allzeithoch markierten die Titel des Luxusgüterkonzerns im Februar 2025 bei 187,55 Franken.

Website: www.richemont.com

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(AWP)