SGS wird die Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 am Mittwoch, 11. Februar, veröffentlichen. Insgesamt elf Analysten haben zum AWP-Konsens beigetragen.
2025 (in Mio Fr.) AWP-Konsens 2024 Umsatz 6'927 6'794 - Org. Wachstum (in Prozent) 5,6 7,5 Adj. operativer Gewinn 1'091 1'040 - Marge (in Prozent) 15,8 15,3 Reingewinn* 656 581 (in Fr.) Dividende je Aktie 3,20 3,20 * den Aktionären zurechenbar
Welche Umsatzentwicklung wird erwartet?
Das organische Wachstum hat sich den Erwartungen zufolge 2025 gegenüber dem Vorjahr klar abgeschwächt. Gemäss AWP-Konsens wird ein Wert von 5,6 Prozent erwartet - nach 7,5 Prozent im Jahr 2024. Allerdings liegt SGS damit weiterhin innerhalb der eigenen Zielsetzung von 5 bis 7 Prozent.
Akquisitionen dürften derweil einen Beitrag am oberen Ende des Zielbands von 1 bis 2 Prozent geleistet haben. Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass der starke Franken zu einem deutlich negativen Währungseffekt geführt hat.
Warum erwarten Analysten eine Verbesserung der Margen?
Trotz eines anspruchsvollen Umfelds mit starkem Franken und verhaltener Konjunktur rechnen Marktbeobachter mit weiteren Margenfortschritten. Ausschlaggebend seien zusätzliche Effizienzgewinne aus dem laufenden Restrukturierungsprogramm, die höher ausfallen dürften als ursprünglich geplant. Diese Kosteneinsparungen sollten die Profitabilität weiter stärken und den Cashflow erhöhen - dennoch wird keine Erhöhung der Dividende erwartet.
Wo steht SGS auf dem Weg zu den 2027er-Zielen?
Nach allgemeiner Einschätzung ist SGS auf Kurs, die Ziele bis 2027 zu erreichen - und teilweise sogar früher als geplant. Das operative Geschäft zeigt sich trotz konjunkturellem und geopolitischem Gegenwind robust, während strategische Schwerpunkte wie Nachhaltigkeit, Digital Trust und der Ausbau des Nordamerika-Geschäfts zunehmend greifen.
Besonders auf der Margenseite trauen Analysten dem Konzern zu, das für 2027 anvisierte Niveau von rund 16,2 Prozent bereits im Jahr 2026 zu erreichen. Laut den Auguren könnte dies eine positive Revision der mittelfristigen Margenziele zur Folge haben.
Welchen Einfluss haben Handelskonflikte?
Geopolitische Unsicherheiten und Handelskonflikte könnten künftig das globale Wirtschaftswachstum und den Welthandel weiter belasten, was grundsätzlich Gegenwind für den TIC-Sektor bedeutet. Gleichzeitig sehen Analysten Chancen für SGS, da Unternehmen auf die Unsicherheiten zunehmend mit einer Neuordnung der Lieferketten und einem höheren Bedarf an Prüf-, Zertifizierungs- und insbesondere digitalen Vertrauensdienstleistungen reagierten.
Das könnten einen Teil der konjunkturellen Schwäche abfedern, auch wenn insgesamt ein vorsichtigerer Ausblick für das Handelsvolumen der Branche angebracht erscheint. Allerdings erwarten einige Analysten, dass SGS 2026 über dem TIC-Markt wächst.
Was macht die Aktie?
Nach dem deutlichen Rückschlag im Frühjahr 2025 hat sich die SGS-Aktie spürbar erholt - von rund 73 Franken auf 95 Franken, wobei zum Rekordhoch bei 120 Franken noch Luft nach oben besteht.
Analysten führen die jüngste Stabilisierung auf Fortschritte bei der Margenverbesserung und eine beschleunigte Akquisitionstätigkeit zurück. Mittelfristig wird dem Titel daher weiteres Potenzial zugetraut. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass die aktuelle Bewertung die erwarteten operativen Fortschritte bereits einpreist und Enttäuschungen kurzfristig wieder für Druck sorgen könnten.
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(AWP)

