Der Warenprüfkonzern veröffentlicht die Ergebnisse für das erste Halbjahr 2026 am Freitag, 24. Juli. Insgesamt sechs Analysten haben zum AWP-Konsens beigetragen.

H1 2026
(in Mio Fr.)           AWP-Konsens  H1 2025  

Umsatz                    3'633     3'422
Org. Wachstum (in Prozent)        5,3       5,3
Adj. EBIT                   548       509
- Marge (in Prozent)             15,1      14,9

Hält Wachstumstrend an?SGS hat in den letzten Jahren die Umsätze kontinuierlich mit organischen Raten, also um Währungs- und Akquisitionseffekte bereinigt, zwischen 5 und 9 Prozent gesteigert. Im Geschäftsjahr 2025 kletterte der Umsatz bei knapp 7 Milliarden Franken gar auf einen Rekordwert.

Daran konnte SGS im Startquartal 2026 anknüpfen: Die Verkäufe legten organisch um 5,3 Prozent zu. Für das Halbjahr gehen Analysten im Durchschnitt nun von Werten zwischen 5,1 und 5,6 Prozent aus. Gleichzeitig dürften die Wechselkurse gebremst haben, während vor allem dank der Grossübernahme des US-amerikanischen Prüf- und Inspektionsdienstleistungskonzerns ATS ein deutlich positiver Akquisitionseffekt erwartet wird.

Wird Nahost-Konflikt doch noch zur Belastung?

Der Konflikt im Nahen Osten scheint das Geschäft von SGS kaum zu beeinflussen. Das machte SGS-Chefin Géraldine Picaud auch anlässlich der Vorlage der Erstquartalszahlen Ende April klar. «Die Region Naher Osten macht nur etwa 3 Prozent unseres Gesamtumsatzes aus. Im März hatten wir dort geringe Auswirkungen, insgesamt sind wir sehr resilient», sagte sie. Analysten gehen allerdings davon aus, dass der anhaltende Konflikt das Geschäft von SGS im weiteren Jahresverlauf etwas stärker beeinflussen dürfte.

Was für Ziele strebt SGS an?

Im April hat SGS die für das Jahr 2026 und darüber hinaus gesetzten Ziele bestätigt. SGS strebt für das Gesamtjahr 2026 nach wie vor ein organisches Wachstum im Bereich von 5 bis 7 Prozent an. Gleichzeitig soll die bereinigte Betriebsgewinnmarge bei über 16 Prozent liegen, auch dank weiterer Synergieeffekte im Umfang von 35 Millionen Franken. Für das erste Halbjahr erwarten die Analysten gemäss AWP-Konsens eine Marge von 15,1 Prozent.

Auch mit den im Rahmen der «Strategy 27» gesetzten Zielen sah Picaud den Konzern «voll auf Kurs». Bis dahin soll der Gruppenumsatz jährlich ebenfalls organisch um 5 bis 7 Prozent gesteigert werden, wobei in Nordamerika eine Umsatzverdoppelung auf 1,5 Milliarden Franken erfolgen soll. Neue Mehrjahresziele wird Picaud anlässlich des Kapitalmarkttags im kommenden November präsentieren.

Kommen weitere Firmen dazu?

Zum Wachstum werden auch in Zukunft weitere Ergänzungsakquisitionen beitragen. Dabei will sich SGS auf die Regionen Nordamerika und Europa konzentrieren. Von Januar bis Ende April hatte der Konzern neun Zukäufe getätigt. Danach kamen mit Keystone Bioanalytical und CMIC zwei weitere dazu. Beide US-Firmen sind im Bereich bioanalytischer Tests für die Pharmabranche tätig.

Hat die Aktie noch Potenzial?

Die SGS-Aktie hat sich im laufenden Jahr vom Zwischentief von Anfang April erholt und liegt mit einem Kurs von rund 95 Franken etwa 5 Prozent über dem Stand zu Jahresbeginn. Für die meisten Analysten ist die Aktie aktuell nicht allzu hoch bewertet, und sie sehen weiteres Potenzial.

jl/an/mk

(AWP)