Der Spezialitätenchemie-Hersteller publiziert am Dienstag, 28. Juli, die Zahlen zum ersten Halbjahr 2026. Insgesamt 14 Analysten haben zum AWP-Konsens beigetragen.

H1 2026
(in Mio Fr.)     AWP-Konsens  H1 2025  

Umsatz              5'442     5'676
EBITDA              1'021     1'070
- Marge (in Prozent)       18,7      18,9
Konzerngewinn         523       554

Kann Sika wieder wachsen?

Seit dem dritten Quartal 2025 ist Sika aus eigener Kraft nicht mehr gewachsen. Allerdings hat der Bauzulieferer das Minus im ersten Quartal überraschend auf -0,2 Prozent eingegrenzt. Analysten erwarten nun, dass er im zweiten Quartal die Wende geschafft und wieder in die Wachstumszone vorgestossen ist.

Was sind die Treiber?

Am stärksten dürfte Sika in der Region EMEA zulegen, besonders in Osteuropa, wo Verteidigungsausgaben helfen. Aber auch im Nahen Osten sollten sich seit Kriegsausbruch fortlaufende Verbesserungen zeigen. Der Nahe Osten steuert zwar nur einen kleinen Umsatzanteil bei, trug aber vor dem Krieg mit starken Wachstumsraten zum Umsatzplus bei. Auch in der Region Americas dürfte sich das Wachstum beleben, vor allem getrieben vom Rechenzentren-Boom.

Wo hapert es noch?

Die Schwäche im chinesischen Wohnungsmarkt dürfte die Entwicklung in der Region Asien/Pazifik weiterhin bremsen. Analysten erwarten, dass dort im zweiten Halbjahr der Tiefpunkt erreicht werden dürfte. Zudem hat Sika auf die Schwäche in China bereits vergangenen Herbst mit einem Stellenabbau reagiert. Das Sparprogramm soll alleine in diesem Jahr 80 Millionen Franken an Einsparungen einspielen. Allerdings dürfte es laut Analysten seine Wirkung vor allem im zweiten Halbjahr entfalten - genauso wie die Preiserhöhungen. Die Marge dürfte daher im ersten Halbjahr noch etwas unter Druck sein.

Ist Sika auf Kurs für seine Jahresziele?

Für das Gesamtjahr hat sich Sika vorgenommen, den in Lokalwährungen gerechneten Umsatz um 1 bis 4 Prozent zu steigern. Die EBITDA-Marge soll auf 19,5 Prozent bis 20,0 Prozent steigen. Analysten erwarten, dass dieser Ausblick bestätigt wird. Einzig beim Margenausblick bestehe das Risiko einer Senkung. So habe Sika zwar auf die steigenden Energiepreise rasch mit Preiserhöhungen reagiert, doch dürften diese genau wie die Sparmassnahmen zeitverzögert im zweiten Halbjahr zum Tragen kommen. Doch selbst wenn Sika den Ausblick senken würde, dürfte die kaum Korrekturen der Margen-Schätzungen für 2026 auslösen - denn diese Schätzungen seien bereits eher tief.

Wo steht die Sika-Aktie?

Nach besser als erwartet ausgefallenen Zahlen zum ersten Quartal hatten die geschwächten Sika-Aktien im April zu einer Erholungsrally angesetzt. Diese wurde jedoch Anfang Juli von den neuerlichen Eskalationen im Nahen Osten torpediert - und dazu kam auch noch eine Verschärfung des Kartellverfahrens in der EU. Insgesamt gehören die Sika-Titel derzeit zu den schwächsten Blue Chips. Während der Gesamtmarkt gemessen am Leitindex SMI seit Jahresbeginn ein Plus von rund 7 Prozent verzeichnet hat, haben die Sika-Titel rund 5 Prozent verloren.

Website: www.sika.com

an/jl/tt

(AWP)