H1 2023E (in Mio Fr.) AWP-Konsens H1 2022A Nettoumsatz 3928 3612 Org. Wachstum (in %) 14,0 +7,4 EBIT 607 503 - Marge (in %) 15,6 13,9 Reingewinn 436 320 Reingewinn* 428 311 *Konzernergebnis Anteil Aktionäre
FOKUS: Die Swatch Group mit Marken wie Omega, Longines, Tissot und natürlich auch Swatch ist auf Wachstumskurs und dürfte diesen in der ersten Jahreshälfte 2023 fortgesetzt haben. Davon gehen jedenfalls die Finanzanalysten aus, die um Währungseinflüsse bereinigt im Durchschnitt mit einem kräftigen Wachstum (+14%) rechnen. Wann genau Swatch die Zahlen vorlegen wird, ist wie immer nicht bekannt. Im Publikationskalender der Gruppe wird das bewusst nicht vermerkt.
Die gesamte Uhrenbranche ist weiterhin auf Rekordjagd: Die Uhrenexporte legen nach dem letztjährigen Höchststand in diesem Jahr weiter kräftig zu. Das dürfte auch beim grössten Branchenvertreter Swatch zu sehen sein, auch wenn die Gruppe im Vergleich zur Konkurrentin Richemont weit weniger stark auf das seit Jahren sehr gut laufende Luxussegment ausgerichtet ist.
Massgeblich zum guten Geschäftsverlauf trägt das anhaltende Wachstum in den USA bei. Hinzu kommt, dass die Erholung in China vom letztjährigen Corona-Dämpfer an Fahrt aufnimmt. Die Swatch-Marken sind in China gut positioniert und dürften vom Aufschwung gut profitieren. Die Gruppe erzielt im "Reich der Mitte" rund 35 Prozent des Umsatzes.
ZIELE: Konzernchef Nick Hayek hatte Mitte März an der Bilanzmedienkonferenz weiteres Wachstum in Aussicht gestellt. Ob der Umsatzrekord von 8,7 Milliarden Franken von 2014 geknackt werde, wisse er nicht, sagte Hayek: "Vielleicht wachsen wir 10, 20 oder 25 Prozent. Unser Ziel ist es aber nicht, um jeden Preis einen Rekordumsatz zu machen." Mit Blick auf das Ergebnis stellte Hayek vor Analysten für 2023 eine operative Marge von 18 Prozent und mehr in den Raum.
PRO MEMORIA: Die Schweizer Uhrenindustrie hatte im letzten Jahr in Franken gemessen (25 Mrd.) soviele Uhren wie noch nie ins Ausland exportiert. Und die Branche steuert auf den nächsten Rekord zu: In den ersten fünf Monaten 2023 kletterte das Exportvolumen getragen vom nach wie vor stark laufenden Luxussegment um 11 Prozent in die Höhe.
Getragen wird das Wachstum nach wie vor vom grössten Absatzmarkt, den USA (5Mte: +10%). Ausserdem erholen sich die Bestellungen aus den wichtigsten asiatischen Märkten China (+30%) und Hongkong (+26%) stark, während mit Blick auf die Reisesaison auch die Exporte in europäische Länder wie Deutschland, Frankreich oder Italien zweistellig zulegten.
Die Wettbewerbskommission (Weko) hat Anfang April angekündigt, dass sie auf eine Untersuchung gegen die Swatch-Tochter Nivarox verzichtet. Das Unternehmen stand in Verdacht, seine dominierende Marktposition als Zulieferer von Komponenten für mechanische Uhrwerke missbraucht zu haben, wegen Bestelleinschränkungen und ungerechtfertigter Preiserhöhungen.
Die Swatch Group wird nicht in das Geschäft mit Secondhand-Uhren einsteigen, wie das Konkurrenten wie etwa Rolex tun. Weder im günstigeren Preissegment mit der Marke Swatch noch mit den teureren Uhren von Omega werde die Gruppe Zeitmesser für den Wiederverkauf zertifizieren, sagte Konzernchef Nick Hayek Mitte Dezember 2022 im Interview mit "Bloomberg TV".
AKTIENKURS: Die Aktien von Swatch Inhaber haben sich seit Jahresbeginn flach entwickelt und nur leicht an Wert dazugewonnen. Damit hinken sie den Richemont-Aktien hinterher, die bis dato um rund 20 Prozent zugelegt haben. Und auch im Vergleich mit dem Gesamtmarkt SPI (knapp +5%) schneiden die Swatch-Valoren schlechter ab.
Website: www.swatchgroup.ch
ab/mk