Der Uhrenhersteller wird voraussichtlich im Laufe der kommenden ein oder zwei Wochen die Resultate zum ersten Semester 2026 bekanntgeben. Das genaue Datum ist nicht bekannt. Zum AWP-Konsens haben bisher insgesamt neun Analysten beigetragen.

H1 2026E
(in Mio Fr.)            AWP-Konsens    H1 2025A    

Nettoumsatz                 3047          3059  
Org. Wachstum (in Prozent)         5,2          -7,9  
EBIT                         123            68  
- Marge (in Prozent)               4,0           2,2 
Reingewinn                    93            17 

Erholt sich das Geschäft in China?

Die Swatch Group hat in den beiden vergangenen Jahren unter stark rückläufigen Umsätzen gelitten. Dabei machte dem Bieler Uhrenkonzern in erster Linie die Konsumschwäche in China zu schaffen. 2024 brach der Gruppenumsatz in Franken um knapp 15 Prozent und 2025 um weitere 6 Prozent ein. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz noch bei 6,3 Milliarden Franken. Den höchsten Umsatz in seiner Geschichte hatte der Konzern 2014 mit 8,7 Milliarden Franken erzielt.

Immerhin gab es ab der zweiten Jahreshälfte 2025 erste Anzeichen einer Erholung. «Der globale Markt hat zum Jahresende in allen Preissegmenten deutlich an Dynamik gewonnen. Und mit derselben Dynamik sind wir ins Jahr 2026 gestartet», sagte Konzernchef Nick Hayek Ende Januar anlässlich der Vorlage der Jahreszahlen. Optimistisch stimmte Hayek die Markterholung in der wichtigen Absatzregion China, Hongkong und Macau.

Und an der Bilanzmedienkonferenz im März doppelte Hayek nach: In den Monaten Januar und Februar 2026 habe die Swatch Group keine Marktanteile verloren. In dieser Periode wuchs das Geschäft in den USA in Lokalwährungen um 28,6 Prozent. Und in der Region Grossraum China legte die Gruppe in Lokalwährungen um 1,9 Prozent zu.

Schneidet Swatch besser als die Branche ab?

Auch Analysten gehen bei der Swatch Group für das erste Halbjahr 2026 von einer Umsatzstabilisierung aus. Sie rechnen im Durchschnitt (AWP-Konsens) gar mit einem leichten Wachstum in Franken sowie einem relativ kräftigen organischen Plus. Das Geschäft der Bieler habe sich wohl besser entwickelt als die Schweizer Uhrenexporte, so ein Analyst.

Von Januar bis Mai sind die Exporte der Schweizer Uhrenhersteller um 3,1 Prozent auf 10,4 Milliarden Franken gesunken. Einen starken Rückgang erfuhr die Branche gemessen an den Ausfuhren in den USA (-19 Prozent). In den grössten Absatzmarkt hatten sie allerdings in der Vorjahresperiode aus Sorge vor US-Zöllen eine grosse Zahl an Uhren verlagert.

Stark zulegen konnte ebenfalls aufgrund der Zollwirren der Markt Frankreich (+54 Prozent), während sich die Ausfuhren nach Hongkong (+2,7 Prozent) und China (-2,2 Prozent) uneinheitlich entwickelten. Zahlen zum ersten Halbjahr legt der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) am 21. Juli vor.

Wie stark belastet der Krieg im Nahen Osten?

Eine Belastung für das Geschäft von Uhrenherstellern ist der Konflikt im Nahen Osten, in den auch wichtige Absatzmärkte wie die Arabischen Emirate oder Saudi-Arabien involviert sind. In diese Märkte gingen die Uhrenexporte in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres um 2,0 Prozent beziehungsweise um 9,8 Prozent zurück.

«Die Situation im Nahen Osten ist ein Problem für uns, wir haben dort eine starke Position», sagte Hayek im März zum Thema Nahost-Konflikt. Ohne Saudi-Arabien komme Swatch in der Region auf 208 Läden. Der Krieg werde sicher einen Impact auf das Unternehmen haben. Die Menschen würden dort weniger in die Ferien gehen und weniger «zum Shoppen» hinfliegen.

Gelingt die Trendwende auf Gewinnstufe?

Die rückläufigen Umsätze hatten bei der Swatch Group in den letzten Jahren stark auf die Gewinnentwicklung gedrückt. Im Gesamtjahr 2025 resultierte gar nur noch ein Minigewinn von 25 Millionen Franken. In der Hoffnung auf eine Marktbelebung, hielt der Konzern an den Produktionskapazitäten fest und verzichtete bewusst auf Entlassungen oder die Einführung von Kurzarbeit.

Für 2026 stellte der CEO aber sogleich eine signifikante Ergebnissteigerung sowie eine klar verbesserte Profitabilität in Aussicht. Das sei das Ziel, sagte Hayek an der Bilanzmedienkonferenz. Die meisten Analysten gehen davon aus, dass sich der Betriebsgewinn im ersten Halbjahr 2026 deutlich verbessert hat und die entsprechende Marge ebenfalls in die Höhe kletterte. Die Spanne der Analystenschätzungen ist allerdings aufgrund der Unsicherheit sehr gross.

Wie entwickelt sich der Aktienkurs?

Die Inhabertitel der Swatch Group haben im laufenden Jahr einen deutlichen Kursanstieg erzielt. Seit Jahresbeginn haben sie um beinahe einen Fünftel an Wert gewonnen und sich über die Schwelle von 200 Franken vorgearbeitet. Und gegenüber dem Vorjahr ist die Kursentwicklung noch eindrücklicher. Damals hatten die Titel weniger als 140 Franken das Stück gekostet.

Website: www.swatchgroup.ch

lh/mk

(AWP)