Die Telekommunikationsanbieterin gibt am Donnerstag, 6. August, die Ergebnisse zum ersten Semester 2026 bekannt. Insgesamt sieben Analysten haben zum AWP-Konsens beigetragen.
H1 2026 (in Mio Fr.) AWP-Konsens H1 2025 Umsatz 7'208 7'446 EBITDAaL 2'505 2'474 Reingewinn 650 625
Wie läuft das Geschäft?
In der Schweiz könnte sich der Konkurrenzdruck im Telekomgeschäft etwas entschärft haben. Der Konzern profitiert seit April von Preiserhöhungen auf breiter Front bei der Hauptmarke Swisscom: Millionen von Kunden müssen nun tiefer in die Tasche greifen. Zu einer Kündigungswelle ist es deshalb nicht gekommen. Auch die Zweitmarke Wingo schlägt ab September erneut auf. Dies ist die zweite Preiserhöhung bei Wingo innert eines Jahres.
Damit ist die Swisscom nicht allein. Sunrise will im August die Abopreise durch die Bank verteuern. Auch die Marken Yallo und Lebara sind betroffen. Bereits 2025 hatte Sunrise aufgeschlagen. Und die Nummer drei der Branche, Salt, hat die Preise für gewisse Mobilfunkabos ab 1. Juni erhöht. Damit wollen die Telekomanbieter die gestiegenen Kosten kompensieren.
Auf der anderen Seite haben die Konzerne die Preise für die Benutzung des Handys im Ausland (Roaming) so deutlich gesenkt wie seit vielen Jahren nicht mehr. Zudem hat der Start der Sunrise-Billigmarke CHmobile für Preisdruck gesorgt.
Bei der Swisscom werden aber die Preiserhöhungen die Erosion im Telekomgeschäft nicht stoppen. In der Schweiz dürfte der Umsatz im Kerngeschäft in diesem Jahr um 120 Millionen Franken schrumpfen und in Italien um rund 150 Millionen Euro, da auch dort das Geschäft unter Druck steht. So hat die Tochter Fastweb + Vodafone den 100 Millionen Euro schweren MVNO-Vertrag mit der italienischen Post verloren. Auch der Euro sorgt weiterhin für eine Belastung in den Swisscom-Ergebnissen.
Wie läuft die Integration?
Bei der Integration der für 8 Milliarden Euro gekauften Vodafone Italia ist die Swisscom schneller vorangekommen als gedacht. Im ersten Quartal 2026 hat die Swisscom 77 Millionen Euro an Synergien herausgeholt. Insgesamt sind es 172 Millionen seit der Beginn der Übernahme.
Im laufenden Jahr will die Swisscom rund 300 Millionen an Synergien schaffen, davon rund 200 Millionen im Mobilfunkgeschäft. Gesamthaft sollen es 2029 rund 600 Millionen sein.
Demgegenüber stehen weitere Integrationskosten für Vodafone Italia in Höhe von rund 250 Millionen Euro alleine im laufenden Jahr. Damit würden bis Ende Dezember 80 Prozent der Gesamtintegrationskosten von rund 700 Millionen Euro erreicht, die bis 2027 zu Buche schlagen.
Wie sehen die Ziele aus?
Im Gesamtjahr 2026 peilt die Swisscom einen Umsatz von 14,7 bis 14,9 Milliarden Franken an (2025: 15,1 Mrd). Beim operativen Gewinn will die Swisscom 5,0 bis 5,1 Milliarden (2025: 5,0 Mrd) schaffen. Wenn diese Ziele erreicht werden, soll die Dividende weiter auf 27 Franken pro Aktie erhöht werden (2025: 26 Fr.). Geplant sind ausserdem Investitionen von 3,0 bis 3,1 Milliarden.
Wie entwickelt sich der Aktienkurs?
Die Swisscom-Aktien sind vom Höhenflug im März wieder massiv gefallen. Am 10. März hatten sie mit 727 Franken den höchsten Stand seit Jahrzehnten erreicht. Mittlerweile kostet das Papier über 100 Franken weniger. Im laufenden Jahr notiert die mit 620 Franken um knapp 8 Prozent im Plus und hält damit mit dem Leitindex SMI Schritt.
Website: www.swisscom.ch
ab/jb
(AWP)
