Der Telekommunikationsanbieter veröffentlicht am Donnerstag, 12. Februar, das Geschäftsergebnis 2025. Zum AWP-Konsens haben insgesamt acht Analysten beigetragen.

2025
(in Mio Fr.)         AWP-Konsens   2024*  

Nettoumsatz            15'013    15'358
EBITDAal                4'995     5'044

(in Fr.)
Dividende je Aktie      26,00     22,00

*pro forma inkl. Vodafone Italia

Wie läuft das Geschäft?

Angesichts des Konkurrenzkampfs geht die Erosion im Schweizer Telekomgeschäft weiter. Zunächst hatte sich der Wettbewerb bis zum Herbst wieder beruhigt nach der Preisschlacht im vergangenen Jahr. Dann kam es aber zur Wende: Die Offensive von Sunrise mit dem Start der Billigmarke CHmobile Anfang November hat den Preiskampf im Mobilfunk markant erhöht.

Auch in Italien steht das Geschäft unter Druck, insbesondere bei der übernommenen Vodafone Italia. Ausserdem dürfte sich der Euro wieder negativ in den Swisscom-Zahlen bemerkbar machen. Derweil will der Konzern das Stromgeschäft in Italien weiter ausbauen, das Ende September knapp 100'000 Kunden hatte. Im nächsten Jahr soll das Stromgeschäft in dieser Grössenordnung weiter wachsen.

Womit hat die Swisscom zu reden gegeben?

Um Gegensteuer im Preiskampf zu geben, hat die Swisscom im vergangenen Monat eine historische Wende vollzogen: Erstmals erhöht der Konzern in der Schweiz die Preise für Privatkunden auf breiter Front. Millionen Kunden müssen ab April tiefer in die Tasche greifen.

Experten schätzen den Mehrumsatz durch die Preiserhöhungen auf einen höheren zweistelligen Millionenbetrag brutto pro Jahr. Davon muss man allerdings die Kunden abziehen, die wegen der Preiserhöhung ihr Abo kündigen. Netto dürfte damit ein Zusatzumsatz in der Grössenordnung eines tieferen zweistelligen Millionenbetrags übrig bleiben.

Wie läuft die Integration?

Zudem schlagen die Integrationskosten für die 8-Milliarden-Übernahme von Vodafone Italia weiterhin markant auf die Rechnung durch, und es dauert länger, bis die Swisscom in grossem Umfang von Synergien profitieren kann. Im Gesamtjahr 2025 dürften sich die Integrationskosten auf 200 Millionen Euro summiert haben. Bis 2027 erwartet die Swisscom Gesamtintegrationskosten von rund 700 Millionen Euro.

Auf der anderen Seite rechnet der Konzern mit Synergien von rund 60 Millionen Euro im Gesamtjahr 2025. Immerhin sollte die Migration der Mobilfunkkunden von der Mailänder Swisscom-Tochter Fastweb auf das Mobilfunknetz von Vodafone Italia bis Ende Dezember abgeschlossen worden sein. Nun profitiert die Swisscom von rund 200 Millionen Euro Synergien ab 2026. Das ist rund ein Drittel der gesamten Synergien, welche die Übernahme im Jahr 2029 einbringen soll.

Um die Kosten zu senken, spannt die Swisscom auch mit dem grossen Konkurrenten Telecom Italia zusammen. Damit wollen sie den Ausbau der Mobilfunktechnik 5G in ländlichen Gebieten in Gemeinden mit weniger als 35'000 Einwohnern beschleunigen. Mittelfristig erwartet die Swisscom jährliche Einsparungen im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Wie sehen die Ziele aus?

Im Gesamtjahr 2025 peilt die Swisscom mit Vodafone Italia einen Umsatz von 15,0 bis 15,2 Milliarden Franken an. Dabei dürfte der Konzern allerdings nur den unteren Rand der Umsatzspanne erreichen, oder sogar darunter rutschen, hatte die Konzernspitze zuletzt gesagt. Denn die Verkäufe von Geräten an Firmenkunden sinken. Weil diese aber kaum Gewinne bringen, bleibt das Jahresziel für den operativen Gewinn mit rund 5,0 Milliarden Franken unverändert.

Wenn diese Ziele erreicht werden, will das Unternehmen eine Dividende von 26 Franken pro Aktie bezahlen. Das wäre die erste Dividendenerhöhung des Schweizer Branchenführers seit 2010. Geplant sind ausserdem Investitionen von 3,1 bis 3,2 Milliarden Franken, davon rund 1,7 Milliarden in der Schweiz.

Wie viel will die Swisscom in der Schweiz sparen?

Bei den Einsparungen in der Schweiz hat die Swisscom bis Ende September mit 50 Millionen Franken schon das Jahresziel für 2025 erreicht. Viele weitere Einsparungen seien im Schlussquartal nicht mehr zu erwarten, sagte Swisscom-Chef Christoph Aeschlimann Anfang November.

Wie entwickelt sich der Aktienkurs?

Die Swisscom-Aktien sind seit einigen Monaten stark gestiegen. Vergangene Woche kletterten sie auf 662 Franken und erreichten damit den höchsten Stand seit Frühling 2000. Mit einem Plus von 14 Prozent haben sie den Leitindex SMI, der etwa 2 Prozent zugelegt ist, weit hinter sich gelassen.

Website: www.swisscom.ch

lh/jb

(AWP)