Die UBS publiziert am Mittwoch, 4. Februar, das Geschäftsergebnis zum vierten Quartal 2025. Zum AWP-Konsens haben insgesamt sieben Analysten beigetragen.
Q4 2025
(in Mio USD) AWP-Konsens Q4 2024
Geschäftsertrag 11'782 11'635
Gewinn vor Steuern bereinigt 2416 1768
Gewinn vor Steuern 1313 1047
Konzerngewinn 968 770
2025E 2024
(in USD)
Dividende je Aktie 0,99 0,90
Was ist bei den Ergebnissen zu erwarten?
Die UBS dürfte nach Einschätzung von Analysten im letzten Quartal 2025 einen deutlichen Anstieg des bereinigten Vorsteuergewinns verzeichnet haben. Auch, weil die Vorjahresbasis - also das vierte Quartal 2024 - zu den vergleichsweise schwächeren Quartalen zählte.
Ein gutes Abschneiden im Investment Banking der US-Banken, welche bereits Zahlen vorgelegt haben, verspricht auch für die UBS Gutes in diesem Bereich. Die Signale für die Vermögensverwaltung aus Übersee waren ebenfalls positiv. Das Vermögensverwaltungsgeschäft der grössten Schweizer Bank dürfte vor allem auch weiterhin vom Vermögenswachstum in Asien profitieren, heisst es unter den Experten.
Wo steht die Kapitaldiskussion?
Ein grosser Unsicherheitsfaktor bleibt die Diskussion über schärfere Kapitalanforderungen, wobei besonders die Forderung des Bundes, Auslandstöchter mit 100 Prozent Eigenmittel zu unterlegen, ein grosses Streitthema ist. Einige Marktbeobachter orten zwar eine jüngst leichte Änderung in der Haltung der Politik und damit das Potential für mildere zusätzliche Kapitalvorschriften als zuletzt vom Bundesrat verlangt. Andere Analysten warnen aber davor, dass das Ergebnis heute nicht absehbar sei und noch für eine geraume Zeit Unsicherheit mit sich bringe.
Eine Gruppe von bürgerlichen Parlamentariern hatte im Dezember einen Kompromissvorschlag vorgelegt, der zwar weiterhin eine vollständige Unterlegung der ausländischen Tochtergesellschaften mit Eigenkapital vorsieht. Allerdings soll die UBS dafür bis zu einem Anteil von 50 Prozent AT1-Anleihen anrechnen können.
Finanzministerin Karin Keller-Sutter hat diesem Kompromiss jüngst in einem Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» eine klare Absage erteilt. Auch sei der Vorschlag des Bundesrats «keineswegs extrem», widersprach sie der UBS. Die Grossbank wiederum beharrt weiter auf ihrer Position. Beide Seiten haben sich zuletzt also nicht angenähert.
Was ist bezüglich Kapitalrückführung zu erwarten?
Die Diskussion rund um die Kapitalausstattung dürfte auch die Kapitalrückführung der UBS an ihre Aktionäre beeinflussen. 2025 hat die Bank wie angekündigt Aktien im Wert von 3 Milliarden Dollar erworben. Auch ist für das Geschäftsjahr 2025 weiterhin eine Erhöhung der Dividende im zweistelligen Prozentbereich vorgesehen, wie zuletzt bekräftigt wurde. Für 2024 erhielten die Aktionäre 0,90 Dollar pro Aktie.
Ab 2026 sollte mit Blick auf Aktienrückkäufe eigentlich wieder das Niveau von vor der CS-Übernahme erreicht werden. 2022 hatte die UBS Aktien im Wert von 5,6 Milliarden Dollar zurückgekauft. Entscheidend ist dabei aber, was in Sachen verschärfter Eigenmittelanforderungen auf die Grossbank zukommt. Deshalb rechnen manche Analysten damit, dass die Bank erneut eine zweigeteilte Guidance präsentiert: jeweils für das erste und das zweite Halbjahr 2026.
Wo steht die CS-Integration?
Bisher ist die Integration der übernommenen Credit Suisse nach aussen hin recht reibungslos verlaufen. Der wichtigste Teil - die Überführung der Kundenkonten in der Schweiz - war nach dem dritten Quartal bereits zu über zwei Dritteln abgeschlossen. Das Ziel von Kosteneinsparungen bis Ende 2025 von 10 Milliarden Dollar im Vergleich zu 2022 wurde bereits ein Quartal früher erreicht.
Die UBS habe einen Grossteil der Integration hinter sich, sagte Ermotti dazu am WEF. «Nun geht es darum, diese Arbeiten fokussiert abzuschliessen.» Es müssten noch Kosten im Umfang von rund 3 Milliarden Dollar, etwa durch den Umbau der IT oder die Umsetzung des angekündigten Stellenabbaus, von der Bilanz genommen werden.
Medienberichten zufolge soll die Belegschaft im Rahmen der Integration von ursprünglich rund 115'000 auf etwa 80'000 Mitarbeitende reduziert werden. Ende September lag die Anzahl der UBS-Mitarbeitenden - gemessen in Vollzeitstellen - bei 104'427 Personen.
Werden die Finanzziele angepasst?
Üblicherweise äussert sich das Management zum Jahresanfang auch zu ihren Zielen. Einige Analysten gehen davon aus, dass die Ziele für das laufende Jahr, aber auch für 2028 zunächst nicht angefasst werden. Mit Blick auf die Mittelfristziele auch darum, weil Ermotti die UBS Anfang 2027 verlassen dürfte und dann die weitere strategische Planung und Ziele für 2028 seinem Nachfolger überlassen könnte.
Andere Experten rechnen durchaus mit mehr Details und möglichen Anpassungen der Ziele, insbesondere auf Ebene der Divisionen. Auch könnte es neue Angaben zu den erwarteten Kostensenkungen sowie den Integrationskosten geben.
Welche Ziele hat das Management ausgegeben?
Die UBS hatte Ende August 2023 Mittelfristziele bis Ende 2026 kommuniziert und diese im Februar 2024 teils angepasst. Auch nach den Anfang Juni 2025 vom Bundesrat vorgestellten Massnahmen bezüglich höherer Kapitalanforderungen für die UBS wurden diese bestätigt. Sie lauten wie folgt:
. Bereinigte Rendite auf das harte Kernkapital (RoCET1): ~15 Prozent . Bereinigte Cost/Income-Ratio: <70 Prozent . Brutto-Kosteneinsparungen: ~13 Mrd USD im Vergleich zu 2022
Angestrebte Kapitalquoten während der Integration bis 2026:
. Kapitalquoten: - Harte CET1-Kernkapitalquote ~14 Prozent - CET1 Leverage Ratio von >4,0 Prozent
Langfrist-«Ambitionen» bis Ende 2028:
. Rendite auf das harte Kernkapital (RoCET1): ~18 Prozent . Verwaltete Vermögen GWM: >5 Bio USD
Wer könnte 2027 auf Ermotti folgen?
Ermotti dürfte seinen Posten Ende 2026, spätestens aber Anfang 2027 abgeben. Bereits zu Beginn der zweiten Amtszeit als UBS-CEO hatte er in Aussicht gestellt, sicher einmal bis Ende der Integration Ende 2026 zu bleiben. Es werden diverse mögliche Nachfolger herumgereicht: etwa die Chef der globalen Vermögensverwaltung Iqbal Khan und Rob Karofsky, Chief Operating Officer Beatriz Martin Jimenez oder Asset-Management-Chef Aleksandar Ivanovic.
Was macht die Aktie?
Die Aktie der UBS hat 2025 rund ein Drittel zugelegt und am 13. Januar 2026 ein Mehrjahreshoch bei 38,39 Franken erreicht - so teuer war sie seit der grossen Finanzkrise nicht mehr. Aktuell kosten die Titel 36,20 Franken das Stück (Stand: Montag 9.30 Uhr).
Homepage: www.ubs.com
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(AWP)

