Die UBS publiziert am Mittwoch, 29. Juli, das Geschäftsergebnis zum zweiten Quartal. Zum AWP-Konsens haben insgesamt neun Analysten beigetragen.
Q2 2026E (in Mio USD) AWP-Konsens Q2 2025A Geschäftsertrag 13'202 12'112 Gewinn vor Steuern adj. 3505 2683 Gewinn vor Steuern 3116 2193 Konzernergebnis 2385 2395
Was ist von den Ergebnissen zu erwarten?
Die Bank dürfte im zweiten Quartal 2026 das bereits gute Vorjahresergebnis nochmals übertroffen haben. Analysten rechnen mit einem Anstieg der Erträge und einem deutlich verbesserten operativen Ergebnis. Beim Reingewinn erwarten die Experten im Durchschnitt einen Wert in etwa auf dem Niveau des Vorjahres, wobei ein positiver Steuereffekt aus dem Vorjahreszeitraum nun wegfallen dürfte.
Insbesondere das Investment Banking - also die Beratung bei Kapitalmarktgeschäften sowie der Wertpapierhandel - dürfte gut abgeschnitten haben. Das lassen zumindest die Ergebnisse der grossen US-Banken erwarten, denen zufolge der Handel mit Aktien und Anleihen boomte und die Gebühreneinnahmen aus Börsengängen und anderen Kapitalmassnahmen zulegten.
Im wichtigen Vermögensverwaltungsgeschäft in der Kernregion Americas war es im Schlussquartal 2025 zu hohen Abflüssen gekommen und auch für das erste Halbjahr 2026 hatte das UBS-Management weiterhin mit etwas Gegenwind gerechnet. Für das Gesamtjahr 2026 wird aber unter dem Strich mit einem Zufluss in der Region gerechnet.
Wo steht die Kapitaldiskussion?
Im Mai hat die Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK-S) einen Entscheid zur Revision des Bankengesetzes vertagt. Die Beratung soll im August fortgesetzt werden; sie steht für die Sitzung am 10./11. August auf der Agenda. Während Finanzministerin Karin Keller-Sutter weiterhin öffentlich betont, dass sie eine vollumfängliche Kapitalunterlegung der ausländischen Tochtergesellschaften für nötig hält, wird am Markt über eine Aufweichung der vom Bundesrat ins Spiel gebrachten Verschärfungen spekuliert.
Bereits früher war eine teilweise Unterlegung der Auslandstöchter mit weniger teuren AT1-Anleihen kolportiert worden. Die Parlamentarier würden einen Vorschlag diskutieren, gemäss dem die UBS ihre Auslandstöchter lediglich noch zu 70 bis 80 Prozent mit hartem Kernkapital (CET1) unterlegen müsste, hiess es dann Anfang Juni. Seither sind keine weiteren Mutmassungen hochgekocht. Derweil betonte UBS-Chef Sergio Ermotti Anfang Juni am Swiss Economic Forum (SEF) in Interlaken, die Bank wolle unbedingt in der Schweiz bleiben.
Was bedeutet das für die Kapitalrückführung?
Im Fokus der Analysten stehen Aussagen zu weiteren Aktienrückkäufen im zweiten Halbjahr und darüber hinaus. Bis Ende Juli 2026 hatte die Bank Rückkäufe im Wert von 3 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt. Das Management kündigte zudem an, mit den Q2-Zahlen zu informieren, wie es im zweiten Halbjahr weitergehen wird. Dies, obwohl der parlamentarische Prozess bis ins nächste Jahr hineingehen dürfte.
Analysten schätzen die möglichen zusätzlichen Aktienrückkäufe im zweiten Halbjahr auf zwischen 1 bis 2 Milliarden Dollar. Bis zum 17. Juli 2026 kaufte die UBS Aktien im Wert von rund 2,3 Milliarden Dollar zurück.
Wo steht die CS-Integration?
Entscheidend für das Ergebnis sind auch Effizienzgewinne sowie Fortschritte bei der CS-Integration. Diese befindet sich im Endspurt und sollte bis Ende des Jahres weitgehend abgeschlossen sein. So erreichte die UBS bis Ende März etwa Kosteneinsparungen in Höhe von 11,5 Milliarden - bei einem Zielwert von 13,5 Milliarden (im Vergleich zur Kostenbasis 2022).
Die Zahl der bei der Bank direkt angestellten Mitarbeitenden ging per Ende März 2026 auf rund 101'600 (Vollzeitstellen) zurück im Vergleich zu gut 103'000 per Ende 2025. Ein grosser Teil des Abbaus dürfte nach dem im ersten Quartal erfolgten Abschluss der Migration der früheren CS-Kundenkonten auf die UBS-Plattformen und der geplanten Abschaltung alter IT-Systeme im zweiten Quartal erfolgt angefallen sein und auch noch im zweiten Halbjahr stattfinden.
Welche Ziele hat das Management ausgegeben?
Die UBS hatte Ende August 2023 Mittelfristziele bis Ende 2026 kommuniziert und diese im Februar 2024 teils angepasst. Sie lauten wie folgt:
. Bereinigte Rendite auf das harte Kernkapital (RoCET1): ~15 Prozent . Bereinigte Cost/Income-Ratio: <70 Prozent . Brutto-Kosteneinsparungen: ~13,5 Mrd USD im Vergleich zu 2022
Angestrebte Kapitalquoten während der Integration bis 2026:
. Kapitalquoten: - Harte CET1-Kernkapitalquote ~14 Prozent - CET1 Leverage Ratio von >4,0 Prozent
«Langfristambitionen» bis Ende 2028:
. Rendite auf das harte Kernkapital (RoCET1): ~18 Prozent . Cost/Income-Ratio: ~67 Prozent
Was macht die Aktie?
Die UBS-Aktie notiert aktuell bei 42,94 Franken (Stand Montag, 11.00 Uhr). Nach einem bereits sehr starken Jahr 2025 stieg sie 2026 - bis auf einen Taucher im März im Zuge des Beginns des Irankriegs - bis zum 15. Juli auf ein Mehrjahreshoch bei 44,44 Franken - so teuer war sie seit der grossen Finanzkrise nicht mehr. Bis zum Freitagabend stand sie 14,5 Prozent im Plus.
Homepage: www.ubs.com
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(AWP)
