Zunächst stehen am Donnerstag, 15. Januar, die Umsatzzahlen für das Geschäftsjahr 2025 an. Insgesamt haben elf Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
2025 (in Mio Fr.) AWP-Konsens 2024 Auftragseingang 971 1'033 Umsatz 1'054 942 Q4 2025 (in Mio Fr.) AWP-Konsens Q4 2024 Auftragseingang 245 268 Umsatz 239 283
Bleiben Umsatz- und Aufträge erneut hinter den Erwartungen?
Die vergangenen Quartale waren bei VAT jetzt nicht gerade das, was man positive Überraschungen nennen könnte. Seit längerem wartet die Halbleiter-Zulieferbranche bereits auf den sprichwörtlich platzenden Knoten. Doch bislang blieb der Schub aus, der eigentlich durch den KI-Boom angeheizt werden sollte.
Zuletzt war der Umsatz im dritten Quartal zwar zum Vorjahr gestiegen, blieb aber dennoch hinter den Erwartungen zurück. Und bei den Aufträgen enttäuschte VAT mit einem Rückgang ebenfalls. Wenigstens eine stabile Entwicklung hatte sich die Analystengemeinde erhofft. Nach all den Enttäuschungen über das vergangene Jahr hinweg sind die Analysten nun vorsichtig und erwarten für das Schlussquartal nicht mehr als sich das Unternehmen selbst vorgenommen hat.
Welche Ziele setzt sich VAT für 2025 und 2026?
Bei den Zielen ruderte VAT mit dem dritten Quartal teilweise zurück. So soll die EBITDA-Marge wegen des schwachen Halbleitergeschäfts und negativer Wechselkurseffekte nur noch am unteren Ende des Zielbands von 30 bis 37 Prozent liegen. Ansonsten wurden die Jahresziele bestätigt. Die Umsatzprognose zu konstanten Wechselkursen für das Schlussquartal liegt bei 225 bis 245 Millionen Franken.
Viel Hoffnung liegt definitiv auf 2026. Ab Mitte des Jahres soll sich die Lage wieder deutlich verbessern, wie VAT-Chef Urs Gantner Mitte Oktober betonte. Das Unternehmen wolle von der Verschiebung hin zu fortgeschrittenen Chips profitieren. Zudem würden bis 2028 mehr als 120 Chipfabriken gebaut, die dann auch ausgerüstet werden müssten.
Einen konkreten Ausblick erhofft sich der Markt aber wohl erst mit den Gewinnzahlen Anfang März.
Bringt Technologiewandel den Schub?
Generell sieht der VAT-Chef die Branche vor einem revolutionären Technologiewandel. Damit würden deutlich mehr Vakuum-Prozesse benötigt, was das Wachstum von VAT vorantreiben soll. Wann genau die Beschleunigung einsetzen werde, sei aber schwer abzuschätzen. Für Gantner ist daher die Entwicklung in den «einzelnen Quartalen auch nicht so wichtig», wie er in einem Interview mit AWP Mitte Dezember sagte.
Auch viele Analysten hoffen auf den Schub ab Mitte 2026, insbesondere dank neuer Fabrikausrüstungen. RBC und Bank of Amerika beispielsweise erwarten dann eine schnelle Erholung mit starkem Wachstum bei den Aufträgen und Umsatz. Jefferies sieht ebenfalls hohe Erwartungen, warnt aber vor möglichen Enttäuschungen. Denn die Nachfrage ausserhalb der «KI-Wolke» bleibe eher schwach.
Was macht die Aktie?
Nachdem die Titel von Anfang 2025 bis zum späten Herbst durch die immer wieder aufgeschobenen Hoffnungen auf Erholung eine eher maue Entwicklung zeigten, setzte Ende November ein Schub ein. Vom Tief bei 257,70 Franken kletterten die Papiere bis auf fast 450 Franken. Zuletzt wurden knapp 430 Franken bezahlt.
Website: www.vatvalve.com
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(AWP)
