Der Sender Sky News und die Nachrichtenagentur PA zitieren aus einem entsprechenden Schreiben des australischen Regierungschefs Anthony Albanese an den britischen Premierminister Keir Starmer. Gegen Andrew, den jüngeren Bruder von König Charles III., wird in Grossbritannien im Zusammenhang mit dem Skandal um Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ermittelt.
Er bestätige, dass seine Regierung jedem Vorschlag zustimmen würde, ihn (Andrew) aus der Thronfolge zu entfernen, schrieb Albanese. Australien gehört zu den insgesamt 15 Commonwealth-Staaten, die einem entsprechenden Gesetz zustimmen müssten, weil durch die Anerkennung von Charles III. (77) als König auch ihre Thronfolge betroffen wäre. Platz eins in der Thronfolge hat Charles' Sohn William (43) inne, vor dessen Sohn Prinz George (12) - Andrew (66) ist auf Platz acht.
Ermittlungen in Grossbritannien
Andrew war in der vergangenen Woche von der Thames Valley Police zwischenzeitlich festgenommen worden. Dem früheren Prinzen wird Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt vorgeworfen. Er soll in seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter Informationen an den US-Finanzier Epstein weitergeleitet haben. Bislang hat sich Andrew nicht dazu geäussert. Charles III. hatte mitgeteilt, dass das Gesetz seinen Lauf nehmen müsse.
Es handle sich um schwerwiegende Vorwürfe, die in Australien ernst genommen würden, schrieb Albanese. Die Festnahme hatte auch in Australien für grosses Aufsehen gesorgt, die Medien berichteten teils mit Livetickern. Das bekannteste Epstein-Opfer, Virginia Giuffre, die auch gegen Andrew Missbrauchsvorwürfe erhoben hatte, lebte bis zu ihrem Tod im vergangenen April in Australien. Andrew hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Sie sind bislang nicht Teil der Ermittlungen.
In Grossbritannien erwägt die Regierung dem Vernehmen nach, ein Gesetz zur Änderung der Thronfolge zu erlassen - möglicherweise aber erst, wenn die polizeilichen Ermittlungen abgeschlossen sind. Gesetze werden in Grossbritannien im Ober- und Unterhaus beschlossen und schliesslich vom Monarchen unterzeichnet.
Seine Titel und Ehren unter anderem als Herzog von York hatte Andrew wegen seiner Verwicklung in den Skandal schon verloren. Vorherige Vorwürfe, die mutmassliche Sexualstraftaten betreffen, hatte der Ex-Prinz stets zurückgewiesen.
(AWP)
