«Wir haben an einigen Standorten im Nahen Osten Rückgänge bei den Verkäufen gesehen», räumte Finanzchef Yves Gerster am Mittwoch anlässlich der Jahresergebnisse ein. Avolta betreibt in der Region Shops und Gastronomiebetriebe für Reisende an Flughäfen - unter anderem in Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Jordanien.

Allerdings: «Weniger als 3 Prozent unseres Umsatzes werden in der Region selbst oder im Zusammenhang mit der Region generiert», so der CFO. Auch indirekte Effekte auf andere Regionen sieht er nicht - «weder beim Verkehr noch bei der Konsumentenstimmung». Eine verlässliche Einschätzung der weiteren Folgen sei derzeit aber nicht möglich.

Historisch gebe es im übrigen auch keine klare negative Korrelation zwischen höherem Ölpreis und der Nachfrage nach Flugreisen: «Wenn ein Ferienreisender für sein Flugticket 10 oder 20 Prozent mehr bezahlt, ist das in der Regel nicht der entscheidende Faktor für die Reiseentscheidung.» Ähnliches gelte für Geschäftsreisende.

Geschäft weiter gewachsen

Avolta hat 2025 erneut mehr umgesetzt und die Profitabilität gesteigert. Der Umsatz stieg um 1,8 Prozent auf 13,7 Milliarden Franken. Belastet wurde das Wachstum durch die Wechselkurseffekte. Organisch legten die Erlöse um 5,5 Prozent zu.

Die verbesserte Profitabilität führt Avolta unter anderem auf Synergien aus der Integration des 2022 übernommenen italienischen Gastronomiebetreibers Autogrill zurück. Der Reingewinn stieg um knapp ein Drittel auf 498 Millionen Franken. Die Dividende wird um 15 Rappen auf 1,15 Franken je Aktie erhöht.

US-Erholung und Chancen in Asien

Mit Blick auf das zuletzt schwächelnde US-Geschäft zeigte sich Gerster zuversichtlich: «Wir erwarten, dass sich das US-Geschäft 2026 wieder beschleunigt.»

Grosse Chancen sieht er zudem in Asien. «Ein grosser Teil des künftigen Passagierwachstums im globalen Flugverkehr wird aus dieser Region kommen.» Davon wolle man profitieren und die Expansion in der Region weiter vorantreiben - «allerdings nur mit Projekten, die langfristig profitabel sind».

Mehr Ausgaben pro Passagier

Mehr Einnahmen verspricht sich der Duty-Free-Riese auch durch höhere Ausgaben pro Flugreisendem. Dabei setzt der Konzern verstärkt auf Datenanalysen und digitale Auswertung des Kundenverhaltens, etwa durch Kamerasysteme in den Shops, Kundenprogramme und Verkaufsdaten.

Daraus will Avolta ableiten, welche Produkte Reisende besonders interessieren und wie die Läden gestaltet werden müssen. So setzt Avolta auf Shops mit offenen Verkaufsflächen, Erlebnisbereichen und Restaurants direkt neben den Shops, damit Reisende beim Warten auf den Flug eher noch etwas einkaufen oder essen gehen.

Trotz geopolitischer Unsicherheiten rechnet Avolta bis 2027 weiterhin mit einem jährlichen organischen Wachstum von 5 bis 7 Prozent. An der Börse kamen die Zahlen gut an. Die Aktie legte am Berichtstag einem schwach tendierenden Gesamtmarkt um 3,7 Prozent auf 47,52 Franken zu.

jl/rw

(AWP)