Oelrich setzt dabei unter anderem auf einen fortgesetzten Erfolg des Prostatakrebs-Medikaments Nubeqa sowie von Kerendia gegen die chronische Nierenerkrankung und eine bestimmte Form der Herzinsuffizienz. Grosse Hoffnungen liegen zudem auf dem Blutgerinnungshemmer Asundexian in der Schlaganfallprävention, nachdem Daten einer zulassungsrelevanten Studie im November überzeugt und damit auch den Aktienkurs angetrieben hatten.

In drei Wochen sollen die detaillierten Studiendaten veröffentlicht werden, so Oelrich. Dann kann auch das Marktpotenzial besser abgeschätzt werden. Die Analysten Christian Faitz und David Evans von Kepler Cheuvreux schrieben erst jüngst, dass sie sowie Branchenexperten insgesamt wohl im Falle eines «ordentlichen» Ergebnisses von einem erreichbaren Jahresumsatz von einer Milliarde Euro ausgingen. Bei «exzellenten» Studienresultaten wäre sogar zwei Milliarden Euro denkbar.

Damit würde sich die Belebung des Pharmageschäfts fortsetzen, auf das viele Analysten wegen der Belastungen durch das Auslaufen von Patenten auf die Kassenschlager Xarelto, einen Blutgerinnungshemmer, Eylea, ein Augenmedikament, lange skeptisch geschaut hatten. Die lange Zeit angenommene Patentklippe erscheine mittlerweile nur noch wie eine kleinere Unebenheit auf eine Strasse, so die Kepler-Experten.

Die Bayer-Aktien bauten ihre jüngsten Gewinne am Mittwoch aus und stiegen auf ein weiteres Hoch seit November 2023. Zuletzt führten sie den Dax mit einem Kursplus von dreieinhalb Prozent auf 40,33 Euro an.

Im noch jungen Jahr 2026 liegen sie damit knapp neun Prozent vorn, nachdem der Kurs 2025 um mehr als 90 Prozent zugelegt hatte. Neben den verbesserten Perspektiven für die Pharmasparte hatte dabei auch die Hoffnung eine Lösung in den US-Rechtsstreitigkeiten rund um den Unkrautvernichter Glyphosat Rückenwind geliefert./mis/err/stk

(AWP)